llms.txt erklärt: Was die Datei bringt und was nicht
Was die Datei ist
Die llms.txt wurde 2024 als Vorschlag veröffentlicht. Sie enthält in einfacher Textform den Namen, eine kurze Zusammenfassung und eine Liste wichtiger Seiten mit Beschreibung. Gedacht ist sie als Wegweiser für Sprachmodelle, die eine Website schnell verstehen sollen.
Aufbau
- Überschrift mit dem Namen des Projekts
- Eine Zusammenfassung in ein bis zwei Sätzen
- Abschnitte mit Links und kurzen Beschreibungen
Was ist belegt?
Es gibt keinen offiziellen Standard, und die großen Anbieter haben nicht bestätigt, dass sie die Datei auswerten. Wer sie anlegt, sollte keine Wunder erwarten. Gute Inhalte, klare Struktur und strukturierte Daten bleiben wichtiger.
Beispiel: So kann eine kleine llms.txt aussehen
Die Datei ist in Markdown geschrieben. Für eine Tischlerei mit zwei Leistungen könnte sie so aussehen:
# Tischlerei Beispiel
> Tischlerei in Fellbach für Einbauschränke und Küchen nach Maß.
## Leistungen
- [Einbauschränke](https://beispiel.de/schraenke.html): Planung und Einbau nach Maß
- [Küchen](https://beispiel.de/kuechen.html): Planung, Fertigung, Montage
## Firma
- [Über uns](https://beispiel.de/ueber-uns.html): Team, Geschichte, Kontakt
Jede Zeile soll etwas sagen, das auf der verlinkten Seite tatsächlich steht. Marketing-Superlative haben in dieser Datei nichts verloren, denn ein Sprachmodell soll damit schneller verstehen, worum es geht, und nicht überzeugt werden.
Mythos gegen Fakt
- Mythos: Ohne llms.txt werden Sie von KI-Systemen nicht gefunden. Fakt: KI-Assistenten mit Websuche arbeiten mit normalen Seiten, Indexen und Crawlern. Die Datei ist keine Voraussetzung.
- Mythos: Die Datei ersetzt die robots.txt. Fakt: Sie steuert keinen Zugriff. Wer Crawler erlauben oder sperren will, braucht weiterhin die robots.txt.
- Mythos: Die Datei verbessert das Google-Ranking. Fakt: Ein Ranking-Effekt ist nicht belegt, und die Datei ist keine Grundlage der klassischen Suche.
Typische Fehler
- Die Datei liegt nicht im Hauptverzeichnis, sondern in einem Unterordner und ist unter
/llms.txtnicht erreichbar. - Links führen auf Seiten, die inzwischen weitergeleitet oder gelöscht wurden.
- Die Beschreibung widerspricht dem, was auf der Website steht, etwa bei Öffnungszeiten oder Leistungen.
- Die Datei wird einmal angelegt und danach nie wieder angefasst, obwohl sich das Angebot ändert.
Pflege im Alltag
Hängen Sie die Kontrolle der Datei an einen Termin, den es ohnehin gibt, etwa an eine Preisänderung, einen Relaunch oder eine neue Leistung. So bleibt der Aufwand klein und die Datei aktuell. Eine veraltete Übersicht ist schlechter als keine, weil sie Maschinen und Menschen auf falsche Spuren führt.
Welche Seiten gehören hinein?
Nehmen Sie nur Seiten auf, die ein Außenstehender braucht, um Ihr Angebot zu verstehen: Leistungsseiten, die Seite mit den Kerndaten des Unternehmens, wichtige Ratgeber und den Kontakt. Impressum, Datenschutz und technische Unterseiten bringen hier wenig. Als Faustregel genügen zehn bis zwanzig Einträge. Eine kurze Liste ist besser lesbar als ein vollständiges Inhaltsverzeichnis, und sie lässt sich leichter aktuell halten.
Was aus der Datei werden kann
Manche Anbieter von Entwicklerwerkzeugen lesen die Datei bereits, wenn Nutzer sie ausdrücklich in eine Anfrage einbinden, zum Beispiel bei Dokumentationen. Für Unternehmensseiten ist das bisher selten. Sie legen die Datei also vor allem an, weil der Aufwand gering ist und sie Ihnen selbst dabei hilft, das Angebot in wenigen Zeilen klar zu fassen. Prüfen Sie diese Einschätzung in einem Jahr noch einmal, denn die Lage kann sich ändern.
Lohnt sich der Aufwand?
Die Datei lässt sich in kurzer Zeit erstellen und schadet nicht. Sie dient zugleich als eigene Kurzfassung Ihres Angebots. Unsere findet sich unter /llms.txt. Mehr zum Gesamtbild in GEO und KI-Sichtbarkeit.
Fragen zu „llms.txt“?
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