Canonical-Tag erklärt: Die richtige Adresse festlegen
Wann Sie ihn brauchen
- Dieselbe Seite ist unter mehreren Adressen erreichbar (mit und ohne www, mit Parametern).
- Shops mit Filtern oder Sortierungen erzeugen viele Adressen für ähnliche Inhalte.
- Inhalte werden auf mehreren Seiten, auch fremden, veröffentlicht.
So sieht er aus
<link rel="canonical" href="https://example.de/hauptseite/"> im Kopfbereich der Seite.
Regeln
- Jede Seite verweist auf sich selbst oder auf die Hauptversion.
- Die Adresse ist vollständig (mit https und Domain).
- Der Canonical ist ein Hinweis, keine Anweisung: Google kann ihn ignorieren, wenn er nicht passt.
- Bei echter Verschiebung ist eine 301-Weiterleitung die bessere Wahl.
Welche Signale zusammenspielen
Google entscheidet selbst, welche Adresse als kanonisch gilt, und wertet dafür mehrere Hinweise aus: den Canonical-Tag, Weiterleitungen, die Angabe in der Sitemap, interne Links und die Frage, welche Variante per https erreichbar ist. Stimmen diese Hinweise überein, folgt Google in der Regel dem Tag. Widersprechen sie sich, etwa wenn die Sitemap eine Adresse nennt, der Canonical aber auf eine andere zeigt, wählt Google womöglich anders als gewünscht. Halten Sie deshalb alle Signale einheitlich.
Beispiel: Shop mit Filtern
Eine Kategorie „Laufschuhe“ ist unter /laufschuhe/ erreichbar, mit Filtern auch als /laufschuhe/?farbe=blau&groesse=42 und /laufschuhe/?sort=preis. Alle drei zeigen weitgehend dasselbe Sortiment. Jede dieser Adressen trägt dann im Kopfbereich einen Canonical auf /laufschuhe/. Anders liegt der Fall, wenn ein Filter eine eigenständige, häufig gesuchte Seite ergibt, etwa „Laufschuhe für Damen“. Dann kann diese Adresse einen eigenen Inhalt und einen Canonical auf sich selbst erhalten, damit sie ranken kann.
Canonical, Weiterleitung oder Noindex?
- Canonical: Beide Adressen sollen für Besucher erreichbar bleiben, Google soll aber eine bevorzugen.
- 301-Weiterleitung: Die alte Adresse soll nicht mehr verwendet werden, etwa nach einem Umzug. Mehr dazu unter 301-Weiterleitungen.
- Noindex: Die Seite soll gar nicht in der Suche erscheinen, etwa interne Suchergebnisse.
Ein Canonical gleichzeitig mit Noindex auf derselben Seite sendet widersprüchliche Signale und sollte vermieden werden.
Weitere Stolpersteine
- Relative Adressen: Ein Canonical ohne Domain kann bei Fehlern im System auf falsche Hosts zeigen. Vollständige Adressen sind sicherer.
- Tag im Body: Der Canonical wirkt nur im Kopfbereich (head). Landet er durch ein Plugin im Seitenkörper, wird er ignoriert.
- Ketten: Seite A verweist auf B, B auf C. Verweisen Sie direkt auf die Zielseite.
- Parameter für Tracking: Adressen mit Kampagnenparametern sollten auf die saubere Adresse zeigen.
Prüfen
In der URL-Prüfung der Search Console sehen Sie, welche Adresse Google als kanonisch gewählt hat. Weicht sie von Ihrer Angabe ab, lohnt die Suche nach der Ursache: widersprüchliche Signale, zu unterschiedliche Inhalte oder ein falsch gesetzter Tag.
Entscheidungshilfe für Ihre Seite
Fragen Sie sich bei jeder doppelten Adresse: Ist der Inhalt wirklich derselbe? Wenn ja, wählen Sie die sauberste Adresse als Hauptversion und verweisen alle Varianten darauf. Wenn der Inhalt nur ähnlich ist, aber ein eigenes Suchinteresse bedient, behält die Seite einen eigenen Canonical. Im Zweifel hilft ein Blick in die Search Console: Zeigt sie eine Variante als „Duplikat, Google hat eine andere Seite als kanonisch bestimmt“, lohnt eine Überprüfung der Signale.
Häufige Fehler
Canonical auf eine nicht erreichbare Seite, mehrere unterschiedliche Canonicals auf einer Seite oder alle Seiten auf die Startseite. Hintergrund in Duplicate Content.
Fragen zu „Canonical-Tag“?
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