301-Weiterleitungen richtig einrichten
Wann Sie sie brauchen
- Eine Seite bekommt eine neue Adresse.
- Eine Website zieht auf eine neue Domain.
- Mehrere Adressvarianten sollen zu einer zusammengeführt werden (www, http).
- Eine Seite entfällt, es gibt aber eine passende Alternative.
301 oder 302?
301 bedeutet „dauerhaft verschoben“, 302 „vorübergehend“. Für dauerhafte Änderungen nutzen Sie 301.
Beispiel für Apache
Redirect 301 /alte-seite.html /neue-seite.html in der Datei .htaccess.
Regeln
- Direktes Ziel: Von der alten Adresse auf die endgültige, nicht über Zwischenstationen.
- Passendes Ziel: Auf die inhaltlich passende Seite, nicht pauschal auf die Startseite.
- Keine Schleifen: A leitet auf B, B auf A, macht die Seite unerreichbar.
- Beibehalten: Weiterleitungen sollten lange bestehen bleiben.
Praxisbeispiel: Umzug von 40 Seiten
Ein Betrieb ändert die Adressstruktur von /leistungen/seite.html auf /angebot/seite/. Statt vierzig Einzelregeln kann eine Muster-Regel genügen, etwa RedirectMatch 301 ^/leistungen/(.*)$ /angebot/$1/, wobei die Endung .html in der Zieladresse noch entfernt werden muss. Wo sich ein Name ändert, braucht die betreffende Seite zusätzlich eine eigene Regel. Wichtig ist die Reihenfolge: Einzelregeln gehören vor die Muster-Regeln, sonst greift das Muster zuerst und leitet falsch.
Wann eine Weiterleitung falsch ist
- Gelöschte Seite ohne Ersatz: Gibt es kein inhaltlich passendes Ziel, ist ein Statuscode 410 oder 404 ehrlicher. Eine Weiterleitung auf die Startseite wertet Google meist wie einen sogenannten Soft-404.
- Seite, die nur vorübergehend nicht verfügbar ist: Hier passt 302 oder 307, weil die Adresse später wiederkommt.
- Zwei Seiten mit demselben Inhalt: Oft ist ein Canonical-Tag die passendere Lösung, wenn beide Adressen erreichbar bleiben sollen.
Typische Fehler
- Weiterleitungsketten: A zeigt auf B, B auf C. Jeder Zwischenschritt kostet Ladezeit; aktualisieren Sie A direkt auf C.
- Mischung aus http, https, www und ohne www: Legen Sie eine bevorzugte Form fest und leiten Sie alle anderen darauf um, in einem Schritt.
- Interne Links bleiben alt: Auch mit Weiterleitung sollten Links innerhalb der Website direkt auf die neue Adresse zeigen.
- Weiterleitungen nach einem Jahr entfernt: Alte Adressen stehen oft noch in fremden Verzeichnissen und Lesezeichen. Entfernen Sie Regeln nur, wenn die alten Adressen nirgends mehr verwendet werden.
Entscheidungshilfe: Wo einrichten?
Auf Apache-Servern genügt in der Regel die .htaccess. Bei Nginx liegen die Regeln in der Serverkonfiguration, bei Content-Management-Systemen übernehmen oft Plugins oder Einstellungen die Pflege. Wichtig ist, dass die Regel serverseitig ausgeführt wird. Eine Weiterleitung per JavaScript oder Meta-Refresh ist für Suchmaschinen weniger eindeutig und sollte nur genutzt werden, wenn der Server nicht zugänglich ist.
Prüfschritte nach dem Umzug
- Testen Sie eine Stichprobe von Adressen im Browser und per Statuscode-Abfrage, zum Beispiel mit
curl -I. - Prüfen Sie in der Search Console, ob in den Folgewochen Fehlerseiten oder Crawling-Probleme auftauchen.
- Aktualisieren Sie die Sitemap auf die neuen Adressen.
Wie lange das dauert
Suchmaschinen brauchen nach einer Umstellung Zeit, die neuen Adressen zu erfassen und die alten zu ersetzen. Mit einigen Wochen sollten Sie rechnen, bei großen Websites mit länger. Schwankungen in dieser Phase sind normal. Beunruhigend wird es, wenn nach mehreren Wochen wichtige Seiten ganz fehlen; dann lohnt eine genaue Prüfung der Weiterleitungen und der robots.txt.
Dokumentation der Regeln
Führen Sie eine Liste mit alter Adresse, neuer Adresse, Datum und Grund. Sie hilft, wenn später jemand fragt, warum eine Regel besteht, und verhindert, dass beim nächsten Umbau Ketten entstehen. Eine einfache Tabelle reicht. Prüfen Sie die Liste bei jedem Relaunch auf Regeln, die ins Leere laufen.
Testen
Rufen Sie alte Adressen auf und prüfen Sie Statuscode und Ziel. Bei Umzügen helfen Listen aller Adressen. Mehr in Website-Relaunch.
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