Core Web Vitals verbessern: Ladezeit und Nutzererfahrung
Die drei Werte
- LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell erscheint der größte sichtbare Inhalt? Richtwert: unter 2,5 Sekunden.
- INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert die Seite auf Eingaben? Richtwert: unter 200 Millisekunden.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Springt das Layout beim Laden? Richtwert: unter 0,1.
So messen Sie
Mit PageSpeed Insights oder dem Bericht „Core Web Vitals“ in der Search Console. Beide nutzen Daten echter Besucher.
Was hilft
- Bilder: Moderne Formate (WebP, AVIF), passende Größe, verzögertes Laden für Bilder außerhalb des sichtbaren Bereichs.
- Skripte: Weniger und kleinere Skripte, nicht benötigte Dienste entfernen.
- Schriften: Systemschriften oder lokal eingebundene Schriften.
- Platz reservieren: Bilder und Anzeigen mit festen Maßen, damit nichts springt.
- Server: Schnelle Auslieferung und Zwischenspeicherung.
Labordaten und Felddaten
PageSpeed Insights zeigt zwei Welten. Die Felddaten stammen aus Messungen echter Besucher über einen Zeitraum von rund 28 Tagen und sind für Google maßgeblich. Die Labordaten sind ein einmaliger Testlauf unter festgelegten Bedingungen und eignen sich, um Ursachen zu finden und Verbesserungen zu prüfen. Bei wenig besuchten Seiten fehlen Felddaten oft, dann bleiben nur Labordaten. Wichtig: Nach einer Änderung brauchen die Felddaten Wochen, bis sie sich spürbar verschieben.
Ein Beispiel für die Fehlersuche
Eine Handwerkerseite hat einen schlechten LCP-Wert. Der Bericht zeigt: Das größte Element ist ein Titelbild im Format JPEG mit mehreren Megabyte, das als Hintergrundbild eingebunden ist und erst spät geladen wird. Die Lösung besteht aus drei Schritten: das Bild auf die tatsächlich angezeigte Breite verkleinern und in ein modernes Format umwandeln, es als normales Bild einbinden statt als CSS-Hintergrund und gerade dieses Bild nicht verzögert laden. Beim Bild unterhalb des sichtbaren Bereichs ist verzögertes Laden dagegen richtig. Mehr zur Bildoptimierung finden Sie unter Bilder optimieren.
Typische Ursachen je Wert
- LCP schlecht: große Bilder, langsame Server, blockierende Skripte oder Schriften im Kopfbereich.
- INP schlecht: schwere Skripte, die den Hauptprozess belegen, etwa Chat-Widgets, Tracking-Pakete oder umfangreiche Schieberegler.
- CLS schlecht: Bilder ohne Breiten- und Höhenangabe, nachladende Banner, Cookie-Hinweise, die den Inhalt nach unten schieben, Schriften, die beim Laden die Größe ändern.
Reihenfolge der Maßnahmen
- Messen Sie die wichtigsten Seitentypen, nicht nur die Startseite: eine Leistungsseite, einen Artikel, das Kontaktformular.
- Beheben Sie zuerst das größte einzelne Problem. Oft ist es ein einziges Bild oder ein einziges Skript.
- Entfernen Sie Dienste, die niemand mehr auswertet. Jedes Skript kostet Ladezeit.
- Messen Sie erneut und dokumentieren Sie den Stand.
Mythos und Fakt
Mythos: Ein perfekter Wert von 100 in PageSpeed Insights sei nötig. Fakt: Entscheidend ist, ob die Seite in den Felddaten die Schwellen „gut“ erreicht. Der Punktwert im Labor ist nur ein Hilfsmittel. Ein Wert im grünen Bereich genügt, darüber hinaus bringt zusätzlicher Aufwand meist wenig. Die Basis bleibt ein sauberer, mobiltauglicher Aufbau, wie ihn die Mobile-First-Indexierung ohnehin verlangt.
Auch auf dem Smartphone prüfen
Die Messwerte unterscheiden sich zwischen Mobilgerät und Desktop oft deutlich, weil Handys schwächere Prozessoren und langsamere Verbindungen haben. Da die meisten Besucher mobil kommen, sollten Sie zuerst die mobilen Werte betrachten. Testen Sie die Seite zusätzlich mit einem echten, älteren Gerät im Mobilfunknetz: Was sich dort noch flüssig anfühlt, läuft für die meisten Besucher gut.
Realistische Erwartung
Geschwindigkeit ist ein Faktor unter vielen, verbessert aber die Nutzererfahrung spürbar. Mehr unter Technisches SEO.
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