Mobile-First-Indexierung: Was sie bedeutet
Was sich dadurch ändert
Früher bewertete Google vor allem die Desktop-Version. Heute gilt die mobile Darstellung als Maßstab. Was dort fehlt, wird möglicherweise gar nicht berücksichtigt.
Prüfliste
- Alle wichtigen Inhalte, Texte, Bilder und strukturierten Daten sind auch mobil vorhanden.
- Die Seite nutzt ein responsives Layout.
- Schrift und Schaltflächen sind groß genug.
- Die Seite lädt schnell, siehe Core Web Vitals.
- Keine Elemente, die mobil das Lesen verdecken.
- Ressourcen sind für Googles Crawler nicht gesperrt.
Typische Fehler
- Inhalte, die nur am Desktop vorhanden sind: Ausklappbare Bereiche sind in Ordnung, wenn der Text im Quelltext vorhanden ist. Wird er erst per Klick nachgeladen und nicht ausgeliefert, kann er bei der Erfassung fehlen.
- Mobile Bilder ohne Alt-Text: Mobile Varianten verlieren manchmal die Beschreibung, die am Desktop vorhanden war. Siehe Alt-Texte für Bilder.
- Fehlende strukturierte Daten in der mobilen Fassung: Besonders bei getrennten mobilen Adressen (m.domain.de) passiert es, dass das Markup nur am Desktop gepflegt wird.
- Blockierte Stylesheets oder Skripte: Wenn die robots.txt wichtige Dateien sperrt, kann Google die Seite nicht so darstellen, wie Besucher sie sehen.
- Pop-ups, die den Bildschirm verdecken: Ein Banner, das mobil den halben Inhalt überdeckt, schadet der Bedienbarkeit.
Beispiel: Die Abweichung bei einer Handwerkerseite
Am Desktop zeigt die Seite einer Schreinerei links die Leistungsliste und rechts ein Kontaktfeld. Am Handy fällt die Liste weg, um Platz zu sparen, nur ein Bild bleibt. Für Google ist nun die gekürzte Fassung maßgeblich: Leistungen, die nur in der weggelassenen Liste standen, werden unter Umständen nicht mit der Seite verknüpft. Die Lösung ist selten, Inhalte auf dem Handy zu verstecken, sondern sie so umzubauen, dass sie platzsparend erreichbar bleiben, etwa als einklappbare Liste im selben Dokument.
Entscheidungshilfe: Responsiv oder getrennte mobile Seite?
Ein responsives Layout liefert für alle Geräte dieselbe Adresse und denselben Inhalt, nur die Darstellung passt sich an. Google empfiehlt diese Variante. Getrennte mobile Adressen sind aufwendiger zu pflegen, weil Inhalte, Weiterleitungen und Markup doppelt stimmen müssen. Für neue Websites gibt es kaum einen Grund, sie zu wählen. Hintergründe stehen unter Responsive Webdesign erklärt.
Mythos gegen Fakt
- Mythos: Mobile-First heißt, dass der Desktop egal ist. Fakt: Es betrifft die Auswertung durch Google, nicht Ihre Besucher. Wenn Kunden vor allem am Rechner anfragen, bleibt die Desktop-Gestaltung wichtig.
- Mythos: Eine App ersetzt die mobile Website. Fakt: Die Indexierung bezieht sich auf Webseiten.
Beachten Sie bei Änderungen an Menüs und Layouts stets beide Fassungen, vor allem bei einem Relaunch.
Beispiel für einen Test am Handy
Öffnen Sie Ihre fünf wichtigsten Seiten auf dem Handy und gehen Sie jeweils drei Fragen durch: Finde ich in zehn Sekunden, was die Seite anbietet? Kann ich die Telefonnummer mit einem Tippen anrufen? Lässt sich das Formular ohne Zoomen ausfüllen? Wo die Antwort „nein“ lautet, ist die Seite für Besucher wie für die mobile Erfassung noch zu verbessern. Testen Sie nach Möglichkeit mit einem älteren Gerät und mobilen Daten, nicht nur im schnellen WLAN.
Zeitpunkt und Wirkung
Google hat die Umstellung für nahezu alle Websites vollzogen, sodass neue Seiten ohnehin zuerst mobil erfasst werden. Sie müssen das nicht beantragen und können es nicht abschalten. Entscheidend ist, dass die mobile Fassung vollständig ist. Prüfen Sie das bei jeder größeren Änderung an Layout, Menü oder Texten erneut.
Prüfen
Mit dem Werkzeug „URL-Prüfung“ in der Search Console sehen Sie, wie Google Ihre Seite abruft. Zusätzlich lohnt der Test am eigenen Handy.
Fragen zu „Mobile-First-Indexierung“?
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