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UX-Design: Besucher finden, was sie suchen, und handeln

UX-Design für Unternehmenswebsites: Aufbau, Navigation und Nutzerführung, damit Besucher finden, was sie suchen, und den nächsten Schritt gehen.

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UX-Design: Was ist das genau?

UX-Design verbindet drei Dinge: Was Besucher erreichen wollen, was Ihr Unternehmen erreichen will und wie die Seite beides zusammenbringt. Es umfasst Informationsaufbau (welche Inhalte stehen wo), Navigation, Seitenlayout, Lesbarkeit, Rückmeldungen bei Eingaben und die Wege durch Formulare. Die Farbe einer Schaltfläche ist der kleinste Teil davon.

Die Arbeit beginnt nicht im Designprogramm, sondern mit Fragen. Wer besucht Ihre Seite, mit welchem Anliegen, auf welchem Gerät, in welcher Stimmung? Eine Person, die abends am Handy einen Handwerker sucht, braucht etwas anderes als ein Einkäufer, der am Schreibtisch drei Anbieter vergleicht. Aus den Antworten entsteht ein Seitenplan: Welche Seiten gibt es, was steht oben, was folgt, wohin führt jede Seite weiter?

Erst danach wird gestaltet. Das hat einen praktischen Grund: Änderungen am Aufbau sind in der Skizze in Minuten erledigt, in einer fertig gebauten Seite kosten sie Tage. Deshalb zeigen wir Ihnen zuerst grobe Entwürfe in Graustufen. Dort lässt sich gut diskutieren, ob die Reihenfolge stimmt, ohne dass Schriften oder Bilder die Diskussion überlagern.

Hintergrund

UX-Design: Warum es wichtig ist.

Besucher lesen Webseiten selten von oben nach unten. Sie überfliegen, suchen ein Stichwort, ein Telefonsymbol oder einen Preis und springen ab, wenn sie es nicht in Sekunden finden. Das Design entscheidet, ob sie finden, was sie suchen.

Mythos: „Wichtig ist, dass alles oberhalb des Bildschirmrands steht.“ Fakt: Menschen scrollen, vor allem am Handy. Entscheidend ist nicht die Position, sondern ob jeder Abschnitt einen Grund gibt, weiterzulesen. Eine klare Überschrift am Anfang jedes Blocks trägt mehr als eine volle erste Bildschirmseite.

Beispiel (fiktiv): Ein Heizungsbetrieb hat auf der Startseite acht gleich große Kacheln und im Menü zwölf Punkte. Wer nachts eine defekte Heizung hat, sucht die Notdienst-Nummer und findet sie erst im Impressum. Eine Seite, die genau diese Handlung nach vorn stellt, ist kein schlechteres Design, sondern ein besseres.

Überblick

UX-Design: Bausteine und Varianten.

Informationsarchitektur

Die Ordnung Ihrer Inhalte: Gruppen, Reihenfolge, Benennung. Sie bestimmt, ob jemand ohne Nachdenken den richtigen Menüpunkt wählt.

Navigation und Orientierung

Menü, Brotkrumen, Verweise am Seitenende. Besucher sollen immer wissen, wo sie sind und wie sie zurückkommen.

Seitenlayout und Blickführung

Abstände, Größen und Kontraste lenken den Blick auf das Wichtige. Ein hervorgehobener Absatz zieht den Blick; zehn hervorgehobene Absätze lösen den Effekt auf.

Formulare und Eingaben

Wenige Felder, verständliche Beschriftung, hilfreiche Fehlermeldungen. Hier gehen die meisten Anfragen verloren.

Mobile Bedienung

Daumenreichweite, ausreichend große Tippflächen, kein Zwang zum Zoomen. Das Handy ist für viele der Hauptzugang.

Rückmeldung und Vertrauen

Bestätigung nach dem Absenden, sichtbare Kontaktdaten, nachvollziehbare nächste Schritte.

Fünf Fragen, die vor jedem Entwurf beantwortet sein müssen

Die meisten Streitigkeiten über Gestaltung sind in Wahrheit ungeklärte Fragen zum Ziel. Bevor eine einzige Skizze entsteht, sollten Sie diese fünf Fragen schriftlich beantworten können. Fällt eine Antwort schwer, ist das der eigentliche Arbeitsauftrag.

Erstens: Was soll ein Besucher nach dem Besuch getan haben? Nennen Sie genau eine Hauptaktion, etwa „ein Erstgespräch anfragen“, „anrufen“ oder „ein Angebot herunterladen“. Wer drei gleich wichtige Ziele nennt, hat keines. Zweitrangige Aktionen dürfen existieren, sie bekommen aber weniger Gewicht.

Zweitens: Wer kommt, und mit welchem Anliegen? Beschreiben Sie zwei bis drei typische Besucher in je einem Satz, zum Beispiel: „Eine Hausverwalterin sucht schnell einen Betrieb für einen Rohrbruch“ und „Ein Bauherr vergleicht in Ruhe drei Anbieter für die Haustechnik“. Beide brauchen unterschiedliche Einstiege.

Drittens: Auf welchem Gerät und in welcher Lage? Am Handy unterwegs oder am Rechner im Büro? Mit Zeitdruck oder zum Stöbern? Das bestimmt, ob der Telefon-Knopf oder die ausführliche Leistungsbeschreibung nach oben gehört.

Viertens: Was muss der Besucher glauben, bevor er handelt? Dass Sie fachlich können, was Sie anbieten, dass Sie erreichbar sind und dass es keine versteckten Bedingungen gibt. Jede dieser Überzeugungen braucht einen Beleg auf der Seite, zum Beispiel einen konkreten Projektbericht, eine Adresse mit Telefonnummer oder eine klare Beschreibung des Ablaufs.

Fünftens: Was hindert Besucher daran, zu handeln? Unsicherheit über Kosten, Angst vor Verkaufsdruck, ein Formular, das zu viel verlangt. Notieren Sie die drei größten Hürden. Gute Gestaltung räumt sie nacheinander ab.

Die Startseite von oben nach unten: Aufgabe jedes Abschnitts

Eine Startseite ist kein Schaufenster, sondern ein Verteiler. Sie soll in wenigen Sekunden sagen, worum es geht, und Besucher auf den passenden Weg schicken. Die folgende Reihenfolge hat sich als Ausgangspunkt bewährt; sie wird auf Ihr Geschäft zugeschnitten und nicht stur übernommen.

AbschnittAufgabeTypischer Fehler
Kopfbereich mit ÜberschriftSagt in einem Satz, was Sie für wen tun, und bietet die Hauptaktion anAllgemeiner Willkommensgruß oder reine Slogan-Zeile ohne Inhalt
LeistungsübersichtZeigt die drei bis sechs wichtigsten Angebote als Einstieg in UnterseitenAlle zwanzig Leistungen gleichberechtigt in einer Kachelwand
VertrauensbelegKonkrete Hinweise: Standort, Erfahrung, Arbeitsweise, Zertifikate, die Sie wirklich habenErfundene Bewertungen, Siegel ohne Bedeutung, Stockfotos von Teams
Ablauf oder VorgehenNimmt die Unsicherheit: Was passiert nach meiner Anfrage?Fehlt oder besteht aus Floskeln wie „individuelle Beratung“
Stimmen und BeispieleEchte Projekte oder Kundenaussagen, mit Zustimmung und überprüfbarZitate ohne Namen oder Zusammenhang
Häufige FragenBeantwortet Einwände, bevor sie jemand stelltFragen, die niemand stellt, mit werblichen Antworten
Abschluss mit HandlungWiederholt die Hauptaktion mit KontaktwegNur Impressum und Social-Media-Symbole

Wichtig ist die Rangfolge: Wer nur die Überschriften der Abschnitte liest, sollte die Geschichte der Seite verstehen. Prüfen Sie das, indem Sie Ihren Entwurf ausdrucken, die Absätze abdecken und nur die Überschriften lesen.

Entscheidungsbaum: Welche Seite braucht welchen Einstieg?

Nicht jede Seite hat dasselbe Ziel. Mit den folgenden Fragen legen Sie fest, wie eine einzelne Seite aufgebaut wird. Gehen Sie sie für jede Seite durch und notieren Sie das Ergebnis.

  1. Kommt der Besucher gezielt mit einer Frage (zum Beispiel aus einer Suche)? Ja: Beginnen Sie mit der Antwort in zwei bis drei Sätzen, danach Details. Nein: weiter zu Frage 2.
  2. Ist die Seite ein Verteiler (Startseite, Leistungsübersicht)? Ja: wenige klare Wege mit sprechenden Bezeichnungen, kein langer Text. Nein: weiter zu Frage 3.
  3. Soll hier eine Entscheidung fallen (Anfrage, Kauf, Termin)? Ja: Nutzen, Beleg, Ablauf und Handlung in dieser Reihenfolge; keine Ablenkung durch Seitenverweise. Nein: weiter zu Frage 4.
  4. Dient die Seite der Orientierung (Über uns, Ablauf, Fakten)? Ja: Kurzfassung oben, Vertiefung darunter, am Ende ein Verweis zur nächsten Handlung.
  5. Wäre ein Besucher überrascht, wenn er hier landet? Wenn ja, fehlt ein Satz, der erklärt, wo er ist und wie er weiterkommt.

Das Ergebnis ist oft ernüchternd: Viele Seiten haben kein erkennbares Ziel. Dann lohnt sich die Frage, ob die Seite gestrichen, zusammengelegt oder neu ausgerichtet werden sollte.

Formulare: weniger Felder, mehr Anfragen

Das Formular ist die Stelle, an der die meiste Arbeit verloren geht. Besucher haben sich entschieden, und dann stehen sie vor einer Maske mit zwölf Pflichtfeldern, einem Pflicht-Captcha und der Frage, ob ihre Daten sicher sind. Jede unnötige Hürde kostet Anfragen.

Durchgerechnetes Beispiel (Annahmen frei gewählt)

Angenommen, ein Betrieb hat im Monat 400 Besucher auf der Kontaktseite. Das Formular verlangt acht Pflichtfelder, und 10 von 400 Besuchern senden es ab. Wird es auf Name, Rückrufnummer und Anliegen gekürzt und steigt dadurch die Quote auf 15 von 400, sind das fünf Anfragen mehr im Monat, ohne dass ein Euro in Werbung fließt.

Die Zahlen sind ausgedacht, aber das Prinzip ist belastbar: Jedes Feld, das nicht für die erste Rückmeldung nötig ist, kann später im Gespräch erfragt werden.

Regeln für Anfrage-Formulare

  • Fragen Sie nur ab, was Sie für die erste Antwort brauchen: Name, Rückweg (Telefon oder Mail), Anliegen in Freitext.
  • Beschriften Sie Felder sichtbar über dem Feld, nicht nur als Platzhalter im Feld, der beim Tippen verschwindet.
  • Benennen Sie die Schaltfläche nach dem Ergebnis: „Rückruf anfordern“, „Angebot anfragen“.
  • Sagen Sie neben der Schaltfläche, was passiert: „Wir melden uns werktags innerhalb eines Arbeitstags.“ (Nur, wenn Sie es halten können.)
  • Zeigen Sie Fehler am betroffenen Feld, in Worten, nicht nur durch rote Umrandung.
  • Bestätigen Sie nach dem Absenden auf der Seite und per Mail, dass die Anfrage angekommen ist.
  • Bieten Sie neben dem Formular einen zweiten Weg an, etwa Telefon, für Menschen, die nicht schreiben wollen.

Mehr zum Thema im Beitrag Kontaktformular richtig gestalten.

Mythos gegen Fakt: häufige Irrtümer über Gestaltung

MythosFakt
Eine Seite soll möglichst viel zeigen, damit nichts verpasst wirdJe mehr gleichwertige Elemente, desto weniger fällt auf. Priorisieren heißt, manches bewusst nach hinten zu stellen
Besucher klicken lieber als sie scrollenScrollen ist am Handy selbstverständlich. Lange Seiten funktionieren, wenn jeder Abschnitt ein Thema hat und verständlich beginnt
Ein modernes Design braucht AnimationenBewegung lenkt ab und kostet Ladezeit. Sie hilft nur, wo sie etwas erklärt, etwa den Übergang zwischen Zuständen
Kreative Menübezeichnungen sind einprägsamWiedererkennbar sind Begriffe, die Besucher schon kennen: Leistungen, Preise, Kontakt, Über uns
Das Logo muss ganz groß oben stehenDas Logo identifiziert, es verkauft nicht. Es genügt eine klare, mittlere Größe, die Fläche gehört dem Nutzenversprechen
Wenn alle im Haus das Design mögen, ist es gutDie Meinung im Haus ist ein Anhaltspunkt, aber kein Test. Entscheidend ist, wie Fremde die Seite nutzen

Selbsttest in 30 Minuten: So prüfen Sie Ihre eigene Seite

Sie brauchen dafür weder Werkzeuge noch Vorkenntnisse. Nehmen Sie sich eine halbe Stunde und gehen Sie die Schritte der Reihe nach durch.

  1. 5-Sekunden-Test: Zeigen Sie einer fremden Person die Startseite fünf Sekunden und nehmen Sie sie dann weg. Fragen Sie: Was bietet die Firma an? Für wen? Was wäre der nächste Schritt? Drei richtige Antworten sind ein gutes Zeichen.
  2. Aufgabentest am Handy: Geben Sie derselben Person eine Aufgabe, zum Beispiel: „Finde heraus, wie du einen Termin anfragst.“ Beobachten Sie, ohne zu helfen. Notieren Sie jede Stelle, an der sie zögert.
  3. Menütest: Lesen Sie die Menüpunkte laut und überlegen Sie, was dahinter steht. Wenn Sie bei einem Punkt raten müssen, raten Besucher auch.
  4. Handlungstest: Zählen Sie auf der Startseite die Schaltflächen und Links mit Handlungscharakter. Mehr als drei gleichrangige sind zu viele.
  5. Sackgassen-Test: Öffnen Sie fünf beliebige Unterseiten. Erklärt jede, wohin man von dort aus weitergehen kann?
  6. Formulartest: Füllen Sie Ihr eigenes Formular am Handy aus, mit absichtlichem Fehler. Ist klar, was falsch war?

Wenn Ihnen schon zwei dieser Tests Schwächen zeigen, lohnt sich ein genauerer Blick. Eine Bestandsaufnahme ist oft der erste Schritt eines Relaunchs oder einer gezielten Überarbeitung.

Lesbarkeit: Texte so setzen, dass sie gelesen werden

Auf Bildschirmen wird selten Wort für Wort gelesen. Das Auge springt von Überschrift zu Überschrift, bleibt an Zahlen, Listen und fettem Text hängen und taucht erst dort tiefer ein, wo die Antwort vermutet wird. Gestaltung kann das unterstützen oder behindern.

Zeilenlänge: Zu lange Zeilen ermüden, weil das Auge den Anfang der nächsten Zeile suchen muss. Als Faustregel gelten etwa 60 bis 80 Zeichen pro Zeile. Auf großen Monitoren heißt das: Der Text bekommt nicht die volle Breite, sondern eine Spalte mit begrenzter Breite.

Absätze: Ein Absatz trägt einen Gedanken. Wer fünf Gedanken in einen Absatz packt, macht die Suche nach einer bestimmten Information schwer. Drei bis fünf Zeilen am Handy sind eine gute Größe.

Zwischenüberschriften: Sie sind Wegweiser. Gut sind Überschriften, die eine Aussage enthalten („Das kostet die Wartung nicht“), schwach sind Etiketten („Weitere Informationen“).

Listen und Tabellen: Aufzählungen eignen sich für gleichrangige Punkte, nummerierte Listen für Abläufe, Tabellen für Vergleiche mit mehreren Eigenschaften. Eine Tabelle mit drei Spalten ersetzt oft drei Absätze Fließtext, wenn Besucher vergleichen wollen.

Hervorhebungen: Fett wirkt nur, wenn es selten vorkommt. Markieren Sie Schlüsselbegriffe, nicht ganze Sätze. Unterstreichungen bleiben Links vorbehalten, damit niemand versehentlich auf Text klickt, der keiner ist.

Kontrast und Größe: Hellgrauer Text auf Weiß sieht edel aus und ist für viele schwer lesbar. Schriftgröße im Fließtext sollte am Handy ohne Zoomen erfassbar sein. Mehr dazu unter Barrierefreiheit.

Vertrauen sichtbar machen: Was zählt und was nicht

Besucher kennen Sie nicht. Sie prüfen unbewusst, ob Sie wirklich existieren, ob Sie können, was Sie versprechen, und ob man Sie im Streitfall erreicht. Vertrauen entsteht aus überprüfbaren Einzelheiten, nicht aus Behauptungen.

Wirkt vertrauenswürdigWirkt wie Fassade
Vollständige Anschrift, Telefonnummer, E-Mail, am Ende jeder SeiteNur ein Kontaktformular ohne weitere Angaben
Beschreibung echter Projekte mit Ausgangslage, Vorgehen und ErgebnisAustauschbare Floskeln wie „zufriedene Kunden seit Jahren“
Ablauf einer Zusammenarbeit in Schritten, mit Rolle des KundenAllgemeine Versprechen wie „individuelle Lösungen“
Preisrahmen oder Preisfaktoren offen genanntKein Wort zu Kosten, dafür „unverbindliches Angebot“ in jedem Satz
Belegbare Qualifikationen, Mitgliedschaften, Zertifikate, die es wirklich gibtSiegel ohne Aussagekraft oder nicht überprüfbare Auszeichnungen
Ehrliche Grenzen: Was Sie nicht anbieten oder für wen Sie nicht geeignet sindAnspruch, alles für alle zu können

Das Zugeständnis an Grenzen wirkt zunächst riskant, ist aber einer der stärksten Vertrauensbeweise. Ein Betrieb, der schreibt „Wir übernehmen keine Einzelreparaturen unter einer bestimmten Auftragsgröße“, wird als ehrlich gelesen und spart sich unpassende Anfragen.

Szenario durchgespielt: vorher und nachher (fiktives Beispiel)

Ein kleiner Gartenbaubetrieb (frei erfunden) hat eine Website mit sieben Seiten. Die Startseite beginnt mit „Willkommen bei Grünwerk“, darunter drei Fotos in einem Karussell, dann ein Text über die Gründung. Das Menü enthält Home, Über uns, Leistungen, Galerie, Aktuelles, Partner, Kontakt, Impressum. Das Kontaktformular hat zehn Pflichtfelder. Wer anruft, findet die Nummer nur im Impressum.

Beobachtung bei fünf Testpersonen

  • Alle fünf suchen die Telefonnummer und finden sie erst nach über einer Minute.
  • Drei verstehen auf der Startseite nicht, ob der Betrieb Privatgärten oder Firmengelände betreut.
  • Zwei öffnen die Galerie, finden dort zwölf Bilder ohne Beschreibung und gehen zurück.
  • Alle stoßen am Handy beim Formular auf zu kleine Felder.

Was geändert wird

  1. Die Überschrift lautet jetzt „Gärten anlegen und pflegen für Privathaushalte in der Region“. Darunter stehen zwei Schaltflächen: „Rückruf anfordern“ und „Anrufen“.
  2. Das Karussell weicht einem Bild mit kurzer Beschreibung eines echten Projekts.
  3. Das Menü hat fünf Punkte: Leistungen, Projekte, Ablauf, Über uns, Kontakt. „Aktuelles“ und „Partner“ wandern in die Fußzeile.
  4. Die Galerie wird zu „Projekte“: je Projekt drei Bilder (vorher, während, nachher) mit zwei Sätzen: Was war die Aufgabe, was wurde getan?
  5. Das Formular hat drei Felder, der Hinweis „Wir melden uns innerhalb eines Werktags“ steht darunter.

Ob die Änderungen wirken, wird danach wieder mit Testpersonen geprüft: Finden sie die Nummer jetzt in unter zehn Sekunden? Versteht jeder, für wen der Betrieb arbeitet? Erst die Beobachtung zeigt es. Eine Verbesserung ist so lange eine Annahme, bis sie jemand außerhalb des Teams bestätigt hat.

Fehlerkatalog: häufige Entwurfsfehler und warum sie schaden

FehlerWarum er schadetBesser
Menü mit mehr als sieben HauptpunktenBesucher können nicht mehr auf einen Blick vergleichen; wichtige Punkte gehen unterFünf bis sieben Punkte, Rest in Untermenüs oder Fußzeile
Navigation mit internen Begriffen (Portfolio, Solutions, Produkte und Services)Besucher müssen übersetzen, was dahinterstecktBegriffe aus der Kundensprache: Leistungen, Preise, Ablauf
Hero-Bild mit Text im BildText lässt sich nicht skalieren, ist für Vorlese-Programme unsichtbar und bricht am HandyEchter Text über oder neben dem Bild
Kontaktdaten nur im ImpressumWer anrufen will, sucht und gehtTelefon und Mail sichtbar im Kopf- oder Fußbereich jeder Seite
Pop-up beim ersten BesuchUnterbricht, bevor der Besucher den Nutzen kennt, und nervt am Handy besondersAngebote erst nach Mehrwert oder gar nicht
Seiten ohne nächsten SchrittBesucher stehen in einer Sackgasse und verlassen die SeiteAm Ende jeder Seite ein passender Verweis
Verschiedene Gestaltung für gleiche FunktionenBesucher müssen jedes Mal neu lernen, wie etwas funktioniertEinheitliche Schaltflächen, Abstände und Abläufe

Verbesserungen messen: woran Sie Wirkung erkennen

Gestaltung lässt sich nicht nur nach Gefühl bewerten. Sie brauchen dafür keine großen Werkzeuge, aber ein paar feste Kennzahlen, die Sie vor und nach einer Änderung vergleichen.

Anfragen pro Zeitraum: Zählen Sie Formular-Anfragen, Anrufe und Mails über mindestens vier Wochen vor und nach einer Änderung. Schwankungen gibt es immer; achten Sie auf Muster über mehrere Wochen, nicht auf einzelne Tage.

Wege zur Kontaktseite: Mit einer datenschutzfreundlichen Statistik sehen Sie, wie viele Besucher zur Kontaktseite finden und wie viele davon absenden. Sinkt der erste Wert, ist die Führung das Problem, sinkt der zweite, ist es das Formular.

Rückfragen am Telefon: Notieren Sie über zwei Wochen, wonach Anrufer fragen. Alles, was auf der Seite stehen sollte, aber erfragt wird, gehört nach oben.

Beobachtung mit Testpersonen: Wiederholen Sie nach größeren Änderungen den Aufgabentest aus dem Selbsttest. Er kostet eine halbe Stunde und liefert Hinweise, die keine Statistik zeigt.

Vorsicht bei Rückschlüssen: Jahreszeit, Werbung, Wetter oder Branchenereignisse verändern Besuchszahlen. Ändern Sie darum nach Möglichkeit eine Sache nach der anderen, damit klar bleibt, was gewirkt hat. Wer zehn Dinge gleichzeitig ändert, lernt nichts über die einzelnen.

Begriffe rund um UX, kurz erklärt

Informationsarchitektur
Die Ordnung und Benennung der Inhalte einer Website, also was wo steht und wie es heißt.
Wireframe
Eine grobe Skizze einer Seite ohne Farben und Bilder, die Aufbau und Reihenfolge zeigt.
Prototyp
Ein anklickbarer Entwurf, mit dem man Wege ausprobieren kann, bevor programmiert wird.
Call-to-Action
Die Handlungsaufforderung, meist als Schaltfläche, zum Beispiel „Termin anfragen“.
Absprungrate
Der Anteil der Besuche, die nach einer einzigen Seite enden. Aussagekraft hängt vom Seitenziel ab: Bei einer Kontaktseite mit Telefonnummer ist ein kurzer Besuch kein Misserfolg.
Konversion
Der Anteil der Besuche, die zur gewünschten Handlung führen, etwa eine Anfrage.
Persona
Eine beschriebene Beispielperson, die einen typischen Besucher stellvertretend darstellt.
Nutzertest
Beobachtung echter Menschen bei Aufgaben auf der Seite, mit dem Ziel, Hürden zu erkennen.
Unsere Arbeit

UX-Design: Was wir für Sie tun.

Ziele und Wege klären

Wir legen fest, welche drei Dinge Besucher auf Ihrer Seite tun sollen, und prüfen für jede Zielgruppe den kürzesten Weg dorthin.

Seitenaufbau entwerfen

Zuerst als einfache Skizze ohne Farben, damit über Reihenfolge und Inhalt entschieden wird, bevor Gestaltung davon ablenkt.

Navigation vereinfachen

Wenige, verständlich benannte Menüpunkte, die so heißen, wie Ihre Kunden suchen, nicht wie Ihre Abteilungen.

Handlungsaufforderungen setzen

Schaltflächen mit konkretem Text („Rückruf anfordern“ statt „Absenden“) an den Stellen, an denen der Besucher bereit ist.

Mit echten Menschen testen

Zwei, drei Personen aus der Zielgruppe lösen Aufgaben auf dem Entwurf. Wo sie zögern, ändern wir etwas.

Qualität

UX-Design: Woran Sie gute Arbeit erkennen.

  • Auf der Startseite ist in wenigen Sekunden erkennbar, was Sie anbieten und für wen
  • Es gibt pro Seite eine erkennbare Hauptaktion und höchstens eine zweite, leisere
  • Menüpunkte sind in der Sprache Ihrer Kunden benannt
  • Jede Seite ist mit wenigen Klicks von der Startseite erreichbar
  • Schaltflächen sind am Handy mit dem Daumen gut zu treffen
  • Formulare fragen nur ab, was für die erste Rückmeldung nötig ist
  • Nach dem Absenden erfahren Besucher, was passiert und wann
  • Wichtige Kontaktdaten stehen ohne Suchen sichtbar bereit
Kosten

UX-Design: Was es kostet.

UX-Arbeit ist selten ein eigenes Paket, sondern der erste Teil jedes Website-Projekts. Der Aufwand wächst mit der Zahl der Zielgruppen, der Seitenarten und mit der Frage, ob Entwürfe mit echten Testpersonen geprüft werden sollen.

Die Rechnung dazu: So kalkulieren wir.

Das bestimmt den Preis

  • Zahl der Zielgruppen und Anliegen
  • Umfang der Seitenstruktur und Funktionen
  • Tiefe der Entwurfsphase (Skizze oder klickbarer Entwurf)
  • Tests mit Testpersonen und Auswertung
  • Zahl der Abstimmungsrunden

Das können Sie vorbereiten

  • Die drei häufigsten Anliegen, mit denen Kunden zu Ihnen kommen
  • Fragen, die Ihr Team ständig am Telefon beantwortet
  • Zwei, drei Seiten, die Sie als angenehm zu bedienen empfinden, und warum
  • Zahlen zur bisherigen Seite, falls vorhanden (Besuche, meistbesuchte Seiten)
  • Ansprechpartner, die für Rückfragen zu Abläufen erreichbar sind
Stolpersteine

UX-Design: Häufige Fehler.

  • Menü nach Firmenstruktur statt nach Kundenfragen
  • mehrere gleichwertige Schaltflächen, die um Aufmerksamkeit konkurrieren
  • Karussell mit wechselnden Botschaften, das niemand liest
  • Formular mit Pflichtfeldern, die für die erste Anfrage nicht nötig sind
  • Gestaltungsentscheidungen nach Geschmack der Beteiligten statt nach Besucherverhalten
Häufige Fragen

Fragen zu UX-Design.

Was ist der Unterschied zwischen UX und UI?

UX beschreibt das gesamte Erlebnis: Wege, Verständlichkeit, Aufwand. UI ist die sichtbare Oberfläche, also Farben, Schriften und Schaltflächen. Gute Oberflächen helfen nichts, wenn der Weg nicht stimmt.

Brauche ich dafür Nutzertests?

Für kleine Seiten genügen oft wenige Gespräche mit Menschen aus der Zielgruppe. Schon drei Testpersonen zeigen die gröbsten Hürden.

Wie erkenne ich, ob meine Seite ein UX-Problem hat?

Typische Anzeichen: Besucher kommen, melden sich aber nicht; Kunden fragen telefonisch nach Informationen, die auf der Seite stehen; am Handy brechen viele früh ab. Setzen Sie jemanden vor die Seite, der sie nicht kennt, und geben Sie ihm eine Aufgabe, etwa einen Termin anzufragen. Schauen Sie schweigend zu.

Muss dafür die ganze Seite neu gebaut werden?

Nicht unbedingt. Oft bringen ein vereinfachtes Menü, eine klarere Startseite und ein kürzeres Formular schon spürbar mehr. Ob das reicht oder ein Relaunch sinnvoller ist, klären wir nach einer Bestandsaufnahme.

Hilft ein klickbarer Entwurf wirklich?

Ja, vor allem bei größeren Seiten oder Shops. Ein klickbarer Entwurf zeigt, wie sich die Wege anfühlen, bevor Technik gebaut wird. Bei einer kleinen Visitenkarten-Seite genügt meist die Skizze.

Wie viele Testpersonen brauche ich?

Für das Erkennen grober Hürden genügen drei bis fünf Personen aus der Zielgruppe. Jede weitere findet weniger Neues. Für Zahlen im statistischen Sinn reicht das nicht, dafür ist der Test aber auch nicht gedacht.

Soll die Startseite alle Leistungen zeigen?

Sie soll die wichtigsten zeigen und den Weg zu den übrigen öffnen. Alles darzustellen, überfordert. Die Seite Aufbau einer Firmenwebsite beschreibt, wie Sie Leistungen auf Seiten verteilen.

Was kostet es, wenn ich nur die Nutzerführung überarbeiten lasse?

Das hängt von Umfang und Tiefe ab. Eine Bestandsaufnahme mit konkreten Empfehlungen ist deutlich kleiner als ein Neubau. Ob ein kleineres Paket reicht, sagen wir ehrlich nach der Sichtung.

Können Sie Verbesserungen garantieren?

Nein. Wir können Hürden nachweisen, Lösungen vorschlagen und prüfen, ob sie wirken, aber das Ergebnis hängt von Angebot, Markt und Nachfrage ab. Wer feste Anfragezahlen verspricht, verspricht mehr, als sich garantieren lässt.

Wie unterscheiden sich Desktop- und Handy-Nutzer im Verhalten?

Am Handy sind Besuche oft kürzer und zielgerichteter, am Rechner wird häufiger verglichen und gelesen. Das heißt nicht, dass Handy-Nutzer weniger Interesse haben, sondern dass der Weg zur Hauptaktion dort besonders kurz sein muss. Mehr dazu auf der Seite Mobile Websites.

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