Webdesign

Aufbau einer Firmenwebsite: Seiten, Navigation, Reihenfolge

Seitenstruktur und Navigation einer Unternehmenswebsite planen: Welche Seiten braucht Ihre Firma, in welcher Reihenfolge, mit welchen Verknüpfungen?

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Seitenstruktur: Was ist das genau?

Die Struktur einer Unternehmenswebsite besteht aus drei Ebenen: der Startseite als Einstieg und Wegweiser, den Hauptbereichen (zum Beispiel Leistungen, Über uns, Kontakt) und den Unterseiten (einzelne Leistungen, Referenzen, Artikel). Navigation ist das System, das diese Ebenen verbindet: Hauptmenü, Fußzeile, Brotkrumenpfad und Verweise im Text.

Eine gute Struktur folgt den Fragen der Besucher, nicht dem Organigramm. Menschen suchen nicht nach der „Abteilung Vertrieb“, sondern nach „Angebot anfordern“. Sie fragen nicht nach „Unternehmensphilosophie“, sondern nach „Wie läuft eine Zusammenarbeit ab?“. Aus diesen Fragen werden Seiten, und aus den Seiten wird ein Baum, der von allgemein nach speziell führt.

Für Suchmaschinen hat dieselbe Struktur eine zweite Funktion: Sie zeigt, welche Seiten zusammengehören und welche besonders wichtig sind. Seiten, die von vielen anderen verlinkt werden, gelten als bedeutender. Deshalb gehören die wichtigsten Leistungen ins Hauptmenü oder auf die Startseite, und deshalb verweisen verwandte Seiten aufeinander, so wie es auch dieser Webauftritt tut.

Hintergrund

Seitenstruktur: Warum es wichtig ist.

Eine Website ist wie ein Gebäude: Wer eintritt, muss erkennen, wo er ist und wie er zu dem findet, was er sucht. Viele Seiten wachsen jedoch Stück für Stück, mit einer neuen Unterseite hier und einer Ausnahme dort, bis niemand mehr weiß, wo was steht.

Mythos: „Je mehr Seiten, desto besser für Google.“ Fakt: Entscheidend ist, dass jede Seite eine eigene Frage beantwortet. Zehn dünne Seiten zu fast demselben Thema schwächen sich gegenseitig. Eine gute Seite zu jedem klar abgegrenzten Anliegen trägt weiter als vierzig Wiederholungen.

Beispiel (fiktiv): Ein Elektrobetrieb bietet Installation, Smart Home, Photovoltaik und Notdienst an. Statt einer Seite „Leistungen“ mit vier Absätzen entstehen vier eigene Leistungsseiten, die je einen Absatz zu Ablauf, Preisfaktoren und häufigen Fragen enthalten, plus eine Übersicht. Wer nach Wallbox sucht, landet auf einer Seite, die genau das beantwortet.

Überblick

Seitenstruktur: Bausteine und Varianten.

Startseite

Beantwortet: Wer sind Sie, was bieten Sie, was ist der nächste Schritt? Verteilt Besucher auf die richtigen Unterseiten.

Leistungsseiten

Je Leistung eine Seite mit Ziel, Ablauf, Preisfaktoren und Fragen. Das Herzstück jeder Firmenwebsite.

Vertrauensseiten

Über uns, Referenzen, Ablauf, Fakten. Sie beantworten: Kann ich Ihnen vertrauen?

Ratgeber und Blog

Beantworten Fragen, die Interessenten vor dem Kauf stellen. Sie bringen Besucher aus der Suche und führen sie zu den Leistungen.

Kontakt und Anfrage

Erreichbar von jeder Seite, mit klaren Wegen: Telefon, Formular, E-Mail, gegebenenfalls Termin.

Rechtliche Seiten

Impressum und Datenschutzerklärung, aus der Fußzeile jeder Seite erreichbar.

Von den Anliegen der Kunden zur Seitenliste: die Inventur in sechs Schritten

Eine gute Struktur entsteht von außen nach innen: erst die Fragen der Besucher, dann die Seiten, die sie beantworten. Die folgende Methode funktioniert für kleine wie für große Unternehmen und lässt sich in einem Nachmittag durchführen.

  1. Anliegen sammeln. Schreiben Sie alle Gründe auf, aus denen Menschen Kontakt zu Ihnen suchen. Quellen: Telefonate, Mails, Angebotsanfragen, Erstgespräche, Suchanfragen, Bewertungen. Formulieren Sie in der Sprache der Kunden („Mein Dach ist undicht, was kostet das?“).
  2. Gruppieren. Ordnen Sie ähnliche Anliegen zu Gruppen. Aus „Dach undicht“, „Dach sanieren“, „Dachfenster einbauen“ wird die Gruppe Dacharbeiten.
  3. Gruppen priorisieren. Was macht den größten Teil Ihres Geschäfts aus oder soll es künftig tun? Diese Gruppen bekommen eigene Seiten und einen Platz im Hauptmenü.
  4. Seiten benennen. Jede Gruppe erhält einen Namen, den Kunden verstehen und suchen würden.
  5. Beziehungen festlegen. Welche Seiten gehören zusammen, welche führen zu welcher Handlung? Skizzieren Sie das als einfachen Baum.
  6. Lücken suchen. Welche Fragen bleiben ohne Seite? Das sind Kandidaten für Ratgeber, Fragenseiten oder Ergänzungen.

Das Ergebnis ist eine Liste von Seiten mit Zweck. Sie ist auch die beste Grundlage für eine Angebotskalkulation, weil klar ist, wie viele Seiten wirklich nötig sind.

Drei Beispiel-Seitenbäume (fiktive Betriebe)

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Strukturen aussehen können. Sie sind Anregungen, keine Vorlagen zum Kopieren.

EbeneHandwerksbetrieb (Dach und Fassade)Beratung (Steuern und Buchführung)Arztpraxis (Orthopädie)
HauptmenüLeistungen, Referenzen, Ablauf, Über uns, KontaktLeistungen, Für wen, Ablauf, Über uns, KontaktBehandlungen, Praxis und Team, Termin, Anfahrt, Kontakt
LeistungenDachsanierung, Dachfenster, Fassadendämmung, Reparaturen, NotdienstBuchführung, Jahresabschluss, Lohnabrechnung, GründungsberatungGelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Sportverletzungen, Vorsorge
Unterstützende SeitenFörderung und Genehmigungen, Materialien, PflegeUnterlagen zum Erstgespräch, Datenaustausch, Preise und PaketeVorbereitung auf den Termin, Kassen und Privat, Hinweise nach Eingriffen
VertrauensseitenProjekte mit Vorher und Nachher, Zertifikate, MitgliedschaftenQualifikationen, Mandantenbeispiele, ArbeitsweiseQualifikationen, Ausstattung, Datenschutz in der Praxis
RatgeberWann lohnt eine Sanierung, Fördermittel, WartungFristen im Jahr, Belege richtig ordnen, GründerfehlerÜbungen, Wann zum Arzt, Reha-Wege
RechtlichesImpressum, Datenschutz, Erklärung zur Barrierefreiheit, falls nötigImpressum, Datenschutz, Berufsrechtliche HinweiseImpressum, Datenschutz, Berufsrechtliche Hinweise

Achten Sie auf zwei Muster: In jeder Spalte stehen die gewünschten Handlungen (Anfragen, Termin, Kontakt) im Hauptmenü, und Leistungen sind nach Anliegen und nicht nach Verfahren benannt.

Navigation im Detail: Elemente und ihre Aufgabe

ElementAufgabeRegeln
HauptmenüZeigt die wichtigsten Bereiche und die HauptaktionFünf bis sieben Punkte, kundenverständlich benannt, hervorgehobener Kontaktpunkt
UntermenüsGliedern große BereicheHöchstens eine Untermenü-Ebene, per Tastatur und Touch bedienbar, nicht nur bei Mausberührung
FußzeileRechtliches, Kontaktdaten, wichtige ZusatzseitenImpressum, Datenschutz, Kontakt, Ratgeber, Standort. Kein zweites Hauptmenü
BrotkrumenpfadZeigt, wo man sich befindetAuf allen Unterseiten, jede Stufe klickbar, mit strukturierten Daten für Suchmaschinen
Verweise im TextFühren zu vertiefenden SeitenAussagekräftige Linktexte, nicht „hier klicken“
Verwandte Seiten am EndeBieten den nächsten SchrittAuswahl nach Bedarf, nicht alle Seiten
SuchfunktionHilft bei vielen InhaltenErst ab einem Umfang, an dem Navigation nicht mehr genügt
InhaltsverzeichnisGliedert lange SeitenSprungmarken zu Abschnitten, auf dem Handy aufklappbar

Ein Detail wird oft übersehen: Die Navigation muss auf jeder Seite gleich funktionieren. Wer von einer Seite zur anderen springt und dabei ein anderes Menü vorfindet, verliert die Orientierung.

Benennung: von der Firmensprache zur Kundensprache

Viele Menüpunkte entstehen aus der Sicht des Betriebs. Besucher suchen aber nach ihrem eigenen Problem. Die folgende Übersicht zeigt typische Übersetzungen.

FirmenspracheKundenspracheGrund
Unser PortfolioProjekte oder ReferenzenBegriff ist bekannt und eindeutig
SolutionsLeistungenDeutsche Zielgruppe, kein Rätsel
Produkte und ServicesDas, was gekauft wird, konkret benanntWeniger Raum für Interpretation
KarriereJobs oder StellenangeboteDirekter, eindeutig
UnternehmenÜber unsGewohnte Bezeichnung
ServiceKontakt oder Hilfe, je nach InhaltService bedeutet für jeden etwas anderes
AktuellesNeuigkeiten oder Ratgeber, je nach InhaltTrennt Nachrichten von dauerhaften Texten
DownloadsUnterlagen, BroschürenBeschreibt, was man bekommt

Prüfen Sie Menüwörter, indem Sie jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt, die Liste vorlegen und fragen: „Wo klickst du, wenn du dies oder jenes wissen willst?“ Wo er zögert, ist die Benennung nicht klar genug.

Web-Adressen: lesbar, stabil, logisch

Die Adresse einer Seite (URL) ist Teil der Struktur. Sie erscheint in Suchergebnissen, wird in Nachrichten kopiert und soll möglichst lange gültig sein. Gute Adressen sind kurz, sprechend und folgen einem Muster.

PrinzipGutSchlecht
Sprechend/leistungen/dachsanierung/index.php?id=348
Kleinschreibung und Bindestriche/ratgeber/foerdermittel-fuer-daecher/Ratgeber/Foerdermittel_fuer_Daecher
Hierarchie sichtbar/leistungen/dachfenster/dachfenster-einbau-leistung-nummer-3
Keine Datumsangaben bei dauerhaften Inhalten/ratgeber/dach-pflegen/2026/10/15/dach-pflegen
Keine Umlaute und Sonderzeichen/ueber-uns/über-uns
StabilAdresse bleibt auch bei TextänderungAdresse ändert sich mit jeder Überschrift

Wenn sich eine Adresse ändern muss, richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung (301) von der alten zur neuen ein. So gehen weder Besucher noch Verweise verloren. Wie das geht, erklärt der Beitrag 301-Weiterleitungen richtig einrichten.

Interne Verlinkung: aus Seiten wird ein Netz

Die Verweise zwischen Ihren Seiten sind wie Wegweiser. Sie zeigen Besuchern den nächsten Schritt und Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören und welche besonders wichtig sind. Seiten, auf die viele andere verweisen, gelten als bedeutender.

Das Hub-Prinzip

Eine Übersichtsseite (Hub) fasst ein Thema zusammen und führt zu Detailseiten. Die Detailseiten verweisen zurück zur Übersicht und untereinander, wo es passt. Beispiel: Die Seite „Dacharbeiten“ listet Sanierung, Dachfenster, Reparaturen. Jede dieser Seiten verweist auf die anderen und auf den passenden Ratgeberartikel. Dieses Muster nutzt auch diese Website: Eine Leistungsseite verteilt auf Themenseiten, diese verweisen untereinander und auf Ratgeber.

Regeln für Linktexte

  • Der Linktext sagt, was den Besucher erwartet: „Alle Informationen zur Dachsanierung“ statt „mehr“.
  • Gleiches Ziel, möglichst gleiche Bezeichnung. Das erleichtert das Verständnis.
  • Nicht mit Verweisen überladen. Ein Absatz mit fünf Links lenkt ab.
  • Verweise dort setzen, wo sie die Frage des Lesers beantworten, nicht gesammelt am Ende.
  • Defekte Verweise regelmäßig prüfen und beheben.

Praxisbeispiele und Technik dazu finden Sie im Beitrag Interne Verlinkung: So geht es.

Anatomie der wichtigsten Seitentypen

SeitentypPflichtbausteineOptionale BausteineNächster Schritt
StartseiteNutzenversprechen, Hauptaktion, Leistungsübersicht, KontaktwegProjekte, Fragen, AblaufZur passenden Leistung oder direkt anfragen
LeistungsseiteKurzantwort, Nutzen, Ablauf, Preisfaktoren, FragenBeispiele, Vergleichstabellen, ChecklistenAnfrage zur Leistung
Über unsWer, seit wann, wofür steht der Betrieb, wie ist er erreichbarWerte, Partner, QualifikationenKontakt oder Leistungsübersicht
Referenzen und ProjekteAusgangslage, Vorgehen, Ergebnis, KontextZitate mit ZustimmungÄhnliche Anfrage stellen
AblaufSchritte der Zusammenarbeit, Rolle des Kunden, ZeitrahmenUnterlagen, PreislogikErstgespräch vereinbaren
KontaktTelefon, E-Mail, Anschrift, Formular, ÖffnungszeitenKarte als Link, Hinweise für ErstkontaktAbsenden, anrufen
Ratgeber-ArtikelAntwort zuerst, Gliederung, Quellen oder BelegeCheckliste, Tabelle, GlossarZur passenden Leistung
FragenseiteGruppierte Fragen mit knappen AntwortenVerweise auf DetailsWeitere Fragen stellen

Wichtig: Nicht jeder Baustein muss auf jeder Seite stehen. Entscheidend ist, dass jede Seite eine Aufgabe erfüllt und den Besucher nicht in einer Sackgasse lässt.

Mehrere Zielgruppen, Standorte oder Sprachen: Entscheidungsbaum

  1. Sprechen Sie mehrere deutlich verschiedene Zielgruppen an (zum Beispiel Privatkunden und Unternehmen)? Ja: Prüfen Sie getrennte Einstiege auf der Startseite („Für Privatkunden“, „Für Unternehmen“) mit eigenen Leistungsseiten. Nein: eine gemeinsame Struktur.
  2. Haben Sie mehrere Standorte mit eigenem Angebot und eigenem Team? Ja: Eine Seite je Standort mit echten, eigenen Angaben (Adresse, Ansprechpartner, Besonderheiten). Nein: ein Hinweis auf Einsatzgebiete genügt, ohne künstliche Ortsseiten. Mehr dazu unter Local SEO.
  3. Bedienen Sie Kunden in mehreren Sprachen? Ja: Eigene Sprachfassungen mit sauberer technischer Trennung, mit übersetzten Texten (nicht nur Software) und Hinweisen für Suchmaschinen. Nein: nur eine Sprache.
  4. Haben Sie viele Produkte oder Varianten? Ja: Eine Kategorie-Struktur, Filter und Produktseiten, am besten mit passendem Shop-System, siehe Online-Shops.
  5. Gibt es einen Bereich für angemeldete Kunden oder Partner? Ja: Trennen Sie ihn deutlich vom öffentlichen Auftritt, mit eigener Navigation und gesonderter Sicherheitsplanung.

Mehr Struktur bedeutet mehr Pflege. Entscheiden Sie deshalb nur für das, was Sie dauerhaft mit Inhalten füllen und aktuell halten können.

Wachsen ohne Chaos: Regeln für neue Seiten

Websites wachsen. Ohne Regeln entstehen Dopplungen, Sackgassen und tote Winkel. Stellen Sie sich vor jeder neuen Seite diese Fragen:

  1. Welche Frage beantwortet die Seite, und gibt es dazu schon eine?
  2. Wer soll sie lesen, und von wo gelangt er dorthin?
  3. In welchen Menüpunkt oder welche Übersicht gehört sie?
  4. Welche zwei bis fünf anderen Seiten verweisen auf sie, und auf welche verweist sie?
  5. Wer pflegt sie, und wann wird sie überprüft?
  6. Was passiert, wenn sie nicht mehr gebraucht wird: wohin wird weitergeleitet?

Zusammenlegen ist oft besser als Neuanlegen. Zwei dünne Seiten zum selben Thema ergeben eine gute. Auch das Löschen gehört dazu: Seiten, die niemand besucht und die nichts beitragen, kosten Pflege und verwässern die Struktur. Beim Entfernen bitte immer eine Weiterleitung einrichten.

Mythos gegen Fakt: Irrtümer zur Seitenstruktur

MythosFakt
Alles muss mit drei Klicks erreichbar seinWichtiger als die Zahl ist die Klarheit jedes Schritts. Fünf eindeutige Klicks sind besser als drei verwirrende
Je mehr Seiten, desto mehr BesucherSeiten ohne eigenen Zweck verwässern. Besucher kommen über Seiten, die Fragen beantworten
Ein langes Menü zeigt KompetenzEs zeigt vor allem Unübersichtlichkeit. Bündeln und priorisieren
Die Startseite muss alles enthaltenSie ist ein Verteiler. Details gehören auf die Unterseiten
Eine Sitemap-Datei ersetzt NavigationSie hilft Suchmaschinen, nicht den Besuchern. Beides ist nötig
Die Struktur kann man später noch ändernMan kann. Aber jede Änderung an Adressen kostet Aufwand und birgt Risiko für die Auffindbarkeit. Je früher geplant, desto billiger

Selbsttest: der Klick-Test in 20 Minuten

  1. Schreiben Sie fünf typische Fragen Ihrer Kunden auf, etwa „Was kostet…?“, „Wie läuft … ab?“, „Wo finde ich Sie?“.
  2. Starten Sie jeweils auf der Startseite und zählen Sie die Klicks bis zur Antwort. Notieren Sie, wo Sie zögern.
  3. Öffnen Sie fünf beliebige Unterseiten und prüfen Sie: Gibt es einen Brotkrumenpfad? Gibt es Verweise auf verwandte Seiten? Gibt es einen nächsten Schritt?
  4. Suchen Sie Seiten, die nicht im Menü stehen und auf die auch keine andere Seite verweist („verwaiste Seiten“).
  5. Suchen Sie Seiten, die fast dasselbe sagen. Entscheiden Sie, welche bleibt.
  6. Prüfen Sie die Adressen: Sind sie lesbar und folgen sie einem Muster?
  7. Probieren Sie das Menü mit der Tastatur und am Handy aus.

Wenn Sie viele Schwächen finden, kann eine neu geordnete Struktur mehr bringen als neue Gestaltung. Die Details zur Nutzerführung beschreibt UX-Design. Wenn Sie ohnehin Inhalte überarbeiten, lohnt der Blick auf Website-Texte.

Fallstudie: Struktur neu ordnen (fiktives Beratungsunternehmen)

Ein Beratungsunternehmen für Personalentwicklung (frei erfunden) hat 31 Seiten. Das Hauptmenü hat neun Punkte: Home, Unternehmen, Leistungen, Referenzen, Aktuelles, Karriere, Downloads, Presse, Kontakt. Hinter „Leistungen“ liegen fünf Unterseiten, die inhaltlich stark überlappen. „Aktuelles“ enthält vier Beiträge, der jüngste aus dem Jahr 2021. Auf der Startseite stehen ein Willkommenstext, drei Kacheln und ein Bild.

Befund der Inventur

  • Die häufigsten Anfragen betreffen drei Themen: Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung, Onboarding. Alle drei stehen auf einer einzigen Seite „Leistungen“ im Fließtext.
  • Die Seiten „Presse“ und „Downloads“ haben im Jahr kaum Besucher.
  • Vier der fünf Leistungsseiten beginnen mit denselben Sätzen über das Unternehmen.
  • Von der Startseite führt kein Weg zu den Ratgebertexten, obwohl diese in Suchergebnissen am besten abschneiden.
  • Das Kontaktformular liegt auf einer Seite, die nur über die Fußzeile erreichbar ist.

Neuer Aufbau

BereichSeitenÄnderung
Startseite1Neues Nutzenversprechen, drei Hauptleistungen, Ablauf, Kontakt
Leistungen1 Übersicht + 3 DetailseitenEine Seite je Leistung mit eigenem Zweck, Ablauf, Preisfaktoren, Fragen
Für wen2Einstiege für Personalverantwortliche und Geschäftsführung mit Verweisen auf die Leistungen
Ablauf1Schritte der Zusammenarbeit, Rolle des Kunden
Über uns1Zusammengeführt aus „Unternehmen“ und „Team“, mit Qualifikationen
Projekte1Beispiele mit Ausgangslage, Vorgehen, Ergebnis (nur mit Zustimmung)
Ratgeber1 Übersicht + 6 ArtikelAus „Aktuelles“ hervorgegangen, thematisch geordnet
Kontakt1Im Menü und in der Kopfzeile, mit Formular und Telefon
Rechtliches2Impressum, Datenschutz in der Fußzeile

Statt 31 Seiten gibt es nun 22, jede mit klarer Aufgabe. „Karriere“ wandert als Link in die Fußzeile, „Presse“ und „Downloads“ werden in andere Seiten integriert. Alle alten Adressen erhalten Weiterleitungen auf passende neue Seiten. Das Beispiel zeigt: Weniger kann mehr sein, wenn die Zahl der Seiten der Zahl der Fragen entspricht, nicht dem Organigramm.

Die Startseite: drei Entwurfsvarianten im Vergleich

Für dieselbe Aufgabe gibt es mehrere sinnvolle Aufbauten. Die Wahl hängt von Angebot, Zielgruppe und Wunsch nach Führung ab.

VarianteAufbauPasst, wennRisiko
VerteilerKurze Aussage, drei bis fünf Kacheln mit Zielen, KontaktEs gibt mehrere klare Leistungsbereiche, Besucher wissen, was sie suchenWenig Überzeugungskraft, wenn Belege fehlen
Erzählender AufbauProblem, Lösung, Ablauf, Belege, Handlung in einer langen SeiteEine Hauptleistung steht im Mittelpunkt, Besucher brauchen ÜberzeugungMehrere Leistungen werden verdeckt
ZielgruppenweicheZwei bis drei Einstiege nach Zielgruppe, jeweils mit eigenem PfadSehr unterschiedliche Zielgruppen mit eigenen AngebotenDoppelter Pflegeaufwand, Besucher wählen falsch

Praktisch kombinieren viele Seiten Elemente: oben ein klarer Verteiler, darunter ein kurzer erzählender Teil mit Ablauf und Belegen. Wichtig ist, dass Sie die Variante bewusst wählen und mit Testpersonen prüfen, ob sie verstanden wird. Wie sich Besucher darauf verhalten, lesen Sie unter UX-Design.

Inhalte pflegen: ein einfacher Redaktionsplan

Eine Struktur ist nur so gut wie ihre Pflege. Ein kleiner Plan sorgt dafür, dass nichts verwaist, veraltet oder doppelt entsteht. Er muss nicht kompliziert sein; eine Tabelle genügt.

SpalteInhaltNutzen
Seite und AdresseTitel, LinkÜberblick über alle Seiten
ZweckWelche Frage beantwortet die Seite?Verhindert Doppelungen
Verantwortliche PersonWer pflegt und prüft?Klare Zuständigkeit
Letzte PrüfungDatumZeigt, was überfällig ist
Nächste PrüfungDatum oder RhythmusPlant die Arbeit
WichtigkeitHoch, mittel, niedrigPriorität bei knapper Zeit
Verweise aufWelche Seiten sind verlinkt?Hilft bei Umbau und Löschung

Prüfrhythmen: Leistungsseiten und Preise vierteljährlich, Ratgeber einmal im Jahr, Rechtliches nach jeder relevanten Änderung. Lassen Sie Seiten, die niemand prüfen kann oder will, auslaufen: aktualisieren, zusammenlegen oder mit Weiterleitung entfernen. Das hält die Seite schlank und glaubwürdig.

Ratgeber-Bereich aufbauen: Themencluster statt Zettelwirtschaft

Ein Ratgeber ist ein Gewinn für Besucher und Suchmaschinen, wenn er geordnet ist. Beiträge ohne Ordnung werden selten gefunden und verwässern sich gegenseitig. Das Cluster-Prinzip schafft Ordnung: Eine zentrale Seite zu einem Thema, dazu mehrere Beiträge zu Teilfragen, alle miteinander verknüpft.

Beispiel (fiktiv): Zentrale Seite „Heizung erneuern“. Teilfragen: Welche Heizung passt zu meinem Haus? Welche Förderung gibt es? Wie lange dauert der Austausch? Was kostet der Betrieb? Jeder Beitrag verweist auf die Zentralseite und auf zwei, drei verwandte Beiträge. Die Zentralseite führt zu allen Beiträgen und zur passenden Leistung.

Auswahl der Themen: Sammeln Sie die Fragen Ihrer Kunden, prüfen Sie, welche davon mit Ihrem Angebot zu tun haben, und sortieren Sie nach Häufigkeit und Wichtigkeit. Beantworten Sie in jedem Beitrag eine Frage vollständig.

Ordnung auf der Seite: Eine Übersicht nach Themen (nicht nur chronologisch), Schlagwörter nur, wenn sie wirklich helfen, Verweise zu verwandten Beiträgen am Ende.

Pflege: Beiträge mit Datum der letzten Prüfung, veraltete aktualisieren oder zusammenlegen. Die Struktur dieser Website folgt diesem Prinzip; Beispiele sehen Sie im Blog.

Begriffe rund um Struktur und Navigation

Informationsarchitektur
Die Ordnung und Benennung von Inhalten.
Sitemap (für Menschen)
Eine Übersichtsseite, die alle Bereiche einer Website listet.
XML-Sitemap
Eine Datei, die Suchmaschinen die Seiten einer Website mitteilt.
Brotkrumenpfad (Breadcrumb)
Zeile, die den Weg von der Startseite zur aktuellen Seite zeigt.
Hub-Seite
Übersichtsseite, die ein Thema bündelt und zu Detailseiten führt.
Verwaiste Seite
Seite, auf die keine andere Seite der Website verweist.
Kanonische Adresse
Die bevorzugte Adresse einer Seite, wenn derselbe Inhalt unter mehreren Adressen erreichbar ist.
Weiterleitung 301
Dauerhafte Umleitung von einer alten auf eine neue Adresse.
Unsere Arbeit

Seitenstruktur: Was wir für Sie tun.

Inhaltsinventur

Wir sammeln, was Sie anbieten, was Kunden fragen und welche Seiten schon existieren. Daraus entsteht die Seitenliste.

Seitenbaum entwerfen

Hauptbereiche, Unterseiten, Reihenfolge. Jede Seite bekommt Ziel, Zielgruppe und nächsten Schritt.

Navigation gestalten

Hauptmenü, Fußzeile, Brotkrumen und Verweise zwischen Seiten, damit Wege in beide Richtungen führen.

Adressen festlegen

Sprechende, kurze Web-Adressen, die sich später nicht ändern müssen.

Struktur testen

Mit typischen Aufgaben durchspielen: Findet ein Besucher in drei Klicks die gewünschte Information?

Qualität

Seitenstruktur: Woran Sie gute Arbeit erkennen.

  • Die wichtigsten Leistungen sind von der Startseite aus mit einem Klick erreichbar
  • Jede Seite hat ein erkennbares Ziel und eine eigene Hauptüberschrift
  • Menüpunkte sind kurz und kundenverständlich benannt
  • Es gibt Brotkrumen oder eine andere Orientierungshilfe auf Unterseiten
  • Verwandte Seiten verweisen aufeinander
  • Keine Seite steht isoliert ohne eingehende Links
  • Web-Adressen sind lesbar und folgen einem Muster
  • Es gibt eine XML-Sitemap und eine für Menschen lesbare Übersicht
Kosten

Seitenstruktur: Was es kostet.

Struktur ist der Teil, der später am meisten Geld spart. Eine klare Planung am Anfang verhindert Umbauten, wenn Inhalte schon geschrieben sind. Der Aufwand hängt vor allem von der Zahl der Leistungen, Zielgruppen und von der Menge des vorhandenen Materials ab.

Die Rechnung dazu: So kalkulieren wir.

Das bestimmt den Preis

  • Zahl der Leistungen und Zielgruppen
  • Umfang vorhandener Inhalte, die geordnet werden müssen
  • Mehrere Standorte oder Sprachen
  • Ratgeber-Bereich oder Wissensdatenbank
  • Abstimmungsrunden im Team

Das können Sie vorbereiten

  • Liste Ihrer Leistungen mit je zwei Sätzen Beschreibung
  • Die zehn häufigsten Kundenfragen
  • Ihre bisherigen Seiten, Prospekte, Angebote
  • Wettbewerber-Seiten, die Sie gut finden
  • Entscheidung, wer am Ende über Struktur und Benennungen entscheidet
Stolpersteine

Seitenstruktur: Häufige Fehler.

  • Menüpunkte nach internen Abteilungen statt nach Kundenanliegen
  • Alles in ein einziges Menü mit zwölf Punkten
  • Doppelte Seiten zum selben Thema
  • Leistungen, die nur in einem Prospekt-PDF stehen
  • Keine Verweise am Seitenende, die den nächsten Schritt anbieten
Häufige Fragen

Fragen zu Seitenstruktur.

Welche Seiten braucht jede Firmenwebsite?

Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum und Datenschutzerklärung. Dazu je nach Geschäft Referenzen, Preise oder Ablauf, Ratgeber und Jobs.

Wie viele Menüpunkte sind gut?

So wenige, dass man sie auf einen Blick erfasst. Meist reichen fünf bis sieben, alles Weitere gehört in Untermenüs oder in die Fußzeile.

Soll es eine Seite je Stadt geben?

Nur, wenn es dort wirklich ein eigenes Angebot, Team oder Standort gibt. Für die lokale Auffindbarkeit gelten besondere Regeln, siehe Local SEO.

Wie viele Klicks darf ein Weg haben?

Die Zahl der Klicks ist weniger wichtig als die Klarheit jedes einzelnen Schritts. Drei eindeutige Klicks sind besser als einer, bei dem man raten muss.

Wie finde ich die richtigen Menüworte?

Schauen Sie, wie Ihre Kunden schreiben: in Anfragen, Bewertungen und Suchanfragen. Wir prüfen sie außerdem mit der Suchabsicht, siehe Inhalte und Keywords.

Hilft mir ein Struktur-Plan beim Relaunch?

Sehr. Er zeigt, welche alten Seiten wohin umziehen. Mehr dazu unter Relaunch. Weitere Beispiele zur Praxis finden Sie bei Websites.

Wie oft sollte ich die Struktur überprüfen?

Einmal im Jahr, und nach jeder größeren Änderung des Angebots. Schauen Sie dabei auf Seiten ohne Besucher, doppelte Themen und neue Kundenfragen.

Brauche ich eine eigene Seite für jede Leistung?

Wenn eine Leistung eigene Fragen, einen eigenen Ablauf oder eigene Kosten hat, ja. Verwandte Kleinigkeiten fassen Sie besser auf einer Seite zusammen.

Wie viel Text braucht eine Hub-Seite?

So viel, dass Besucher verstehen, was sie auf den Unterseiten erwartet, und entscheiden können, wohin sie wollen. Ein bis zwei Absätze plus klare Verweise genügen oft.

Soll das Impressum im Hauptmenü stehen?

Nein, die Fußzeile genügt, solange der Link auf jeder Seite sichtbar und leicht auffindbar ist. Das Hauptmenü bleibt den Zielen der Besucher vorbehalten.

Wie gehe ich mit Seiten um, die niemand besucht?

Prüfen Sie zuerst, ob sie ein Ziel haben, das sie nicht erreichen (schlecht verlinkt, unklar benannt). Wenn sie keinen Zweck erfüllen, legen Sie sie mit einer verwandten Seite zusammen oder entfernen sie mit Weiterleitung.

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