Webdesign

Website-Texte: konkret, aus Kundensicht und gut zu finden

Website-Texte aus Kundensicht: klare Überschriften, konkrete Aussagen, passende Handlungsaufforderungen. Texten für Menschen und Suchmaschinen.

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Website-Texte: Was ist das genau?

Website-Texte umfassen alles Geschriebene: Überschriften, Einleitungen, Leistungsbeschreibungen, Schaltflächentexte, Hinweise in Formularen, Fehlermeldungen und die Texte hinter dem Bild (Alternativtexte, Titel und Beschreibungen für Suchmaschinen). Sie sind kein Beiwerk, sondern der Teil der Seite, der erklärt und überzeugt.

Im Web wird anders gelesen als auf Papier. Besucher überfliegen, suchen Anker und lesen dort genauer, wo ihre Frage beantwortet wird. Deshalb arbeiten gute Texte mit klarer Gliederung: eine Aussage pro Absatz, Zwischenüberschriften, die den Inhalt tragen, kurze Sätze an den Stellen, wo es auf Verständnis ankommt.

Zugleich werden die Texte von Maschinen gelesen. Suchmaschinen und KI-Assistenten brauchen eindeutige Angaben: Wer sind Sie, was bieten Sie an, wo, für wen, zu welchen Bedingungen? Ein Text, der das früh und präzise sagt, hilft Menschen und Maschinen gleichermaßen. Das Prinzip „Antwort zuerst, Erklärung danach“ gilt auf jeder Seite.

Hintergrund

Website-Texte: Warum es wichtig ist.

Eine Website verkauft über Sprache. Die schönste Gestaltung hilft nicht, wenn die Überschrift „Herzlich willkommen“ lautet und der erste Absatz erklärt, seit wann es die Firma gibt. Besucher suchen eine Antwort auf ihre Frage.

Mythos: „Für Google muss ein Text möglichst viele Schlüsselwörter enthalten.“ Fakt: Suchmaschinen verstehen Zusammenhänge und Sprache. Ein Text, der das Anliegen des Suchenden vollständig beantwortet, schneidet besser ab als einer, in dem ein Begriff gezählt wiederholt wird. Auch KI-Assistenten zitieren bevorzugt klare, belegbare Aussagen.

Beispiel (fiktiv): Ein Steuerberater schreibt „Wir sind Ihr kompetenter Partner in allen Steuerfragen.“ Ein Besucher mit einer Frage zur Gründung einer GmbH erfährt daraus nichts. Besser: „Sie gründen eine GmbH? Wir erklären Ihnen vor dem Notartermin, welche Steuern auf Sie zukommen, und richten die Buchhaltung gleich mit ein.“ Der zweite Satz zeigt, dass man das Anliegen verstanden hat.

Überblick

Website-Texte: Bausteine und Varianten.

Startseitentext

Beantwortet in wenigen Sätzen, was Sie anbieten, für wen und was der nächste Schritt ist.

Leistungsseiten

Je Leistung eine Seite mit Nutzen, Ablauf, Beispielen und Fragen. Hier entscheidet sich die Anfrage.

Über-uns-Text

Verständlich, ehrlich und mit Bezug zum Kundennutzen: Wer arbeitet für mich, und wie?

Ratgeber- und Blogtexte

Antworten auf konkrete Kundenfragen. Sie bringen Besucher aus der Suche und zeigen Fachkenntnis.

Mikrotexte

Schaltflächen, Formularhinweise, Bestätigungen. Kleine Texte mit großer Wirkung auf die Abbruchquote.

Suchmaschinen-Texte

Titel und Beschreibung je Seite: knapp, eindeutig, mit dem Anliegen des Suchenden im Blick.

Bevor Sie schreiben: das Briefing in acht Fragen

Schwache Texte entstehen fast immer aus einem schwachen Auftrag. Wer „schreib mal was Schönes über uns“ sagt, bekommt Floskeln. Mit diesen acht Fragen, schriftlich beantwortet, entsteht der Text fast von allein.

  1. Für wen schreibe ich? Eine konkrete Person, nicht „alle Interessenten“. Alter ist unwichtig, wichtig sind Situation und Wissen: Kennt sie das Thema oder braucht sie Grundlagen?
  2. Was weiß sie schon, was nicht? Das entscheidet, welche Begriffe erklärt werden müssen.
  3. Was will sie erreichen? Ein Problem lösen, einen Anbieter vergleichen, eine Entscheidung vorbereiten.
  4. Was hält sie zurück? Zweifel, Preisangst, schlechte Erfahrungen, Zeitmangel. Der Text muss diese Einwände ansprechen, bevor sie sie äußern.
  5. Was ist unser konkretes Angebot? Was genau bekommt der Kunde, in welchem Umfang, mit welchem Ergebnis? Prüfbare Angaben statt Adjektive.
  6. Wodurch unterscheiden wir uns, belegbar? Nicht „Qualität“, sondern etwa: „Wir kommen mit festen Terminfenstern“, „Sie haben einen festen Ansprechpartner“.
  7. Was soll die Leserin am Ende tun? Genau eine Handlung.
  8. Welche Fragen sollten nach dem Lesen beantwortet sein? Schreiben Sie sie als Liste auf und prüfen Sie später, ob der Text sie wirklich beantwortet.

Bewahren Sie die Antworten auf. Sie sind das Fundament für alle Seiten und helfen, wenn später mehrere Personen am Text arbeiten.

Eine Leistungsseite Absatz für Absatz

Leistungsseiten sind die wichtigsten Texte einer Firmenwebsite. Hier entscheidet sich, ob jemand anfragt. Sie folgen einem Muster, das Sie an Ihr Geschäft anpassen. Wichtig: Das Muster gibt die Reihenfolge vor, nicht den Wortlaut.

AbschnittAufgabeBeispielhafte Leitfrage
Überschrift und KurzantwortSagt in zwei, drei Sätzen, was die Leistung ist und für wenWer sucht danach, und was ist in einem Satz die Antwort?
Problem oder AnlassZeigt, dass Sie die Situation kennenWann kommt jemand auf Sie zu, und was belastet ihn gerade?
Was Sie konkret tunBeschreibt Leistungsumfang und ErgebnisWelche Arbeitsschritte gehören dazu, und was hält der Kunde am Ende in der Hand?
AblaufNimmt die Unsicherheit vor der ZusammenarbeitWas passiert nach der Anfrage, wer macht was, wie lange dauert es ungefähr?
Kosten und EinflussfaktorenSchafft Planbarkeit, ohne zu verschreckenWovon hängt der Preis ab, und was können Sie vorbereiten, um ihn zu senken?
BeispieleMacht das Ergebnis greifbarWelcher typische Fall (anonymisiert, mit Zustimmung) zeigt Vorgehen und Ergebnis?
Häufige FragenBeantwortet EinwändeWas fragen Interessenten am Telefon?
Nächster SchrittFührt zur HandlungWie genau stellt jemand eine Anfrage, was passiert dann?

Nicht jede Leistung braucht jeden Abschnitt in voller Länge. Eine einfache Leistung kommt mit drei Absätzen und einer Frage-Liste aus. Bei erklärungsbedürftigen Angeboten, etwa einem Relaunch oder einer Markenentwicklung, trägt die Seite gern mehr Tiefe.

Vorher und nachher: aus Floskeln werden Aussagen (fiktive Beispiele)

Vorher (Floskel)Nachher (konkret)Was sich geändert hat
„Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen für Ihre Anforderungen.“„Sie sagen uns, wie viele Plätze Ihre Praxis hat. Wir planen die Möbel so, dass der Weg vom Eingang zur Behandlung nie über den Wartebereich führt.“Konkrete Handlung statt Behauptung
„Qualität steht bei uns an erster Stelle.“„Jede Lieferung wird vor dem Versand von zwei Personen geprüft. Fehler melden Sie uns per Foto, wir ersetzen innerhalb von zwei Werktagen.“Nachprüfbares Verfahren statt Selbstlob
„Wir sind Ihr kompetenter Partner.“„Seit 2012 betreuen wir Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern, vom Brenner bis zur Abrechnung.“Fakten, die man prüfen kann
„Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern.“„Rufen Sie an, bevor Sie anbauen. Wir sagen Ihnen in einem Telefonat, ob eine Genehmigung nötig ist.“Nutzen der Handlung benannt
„Vertrauen Sie auf unsere langjährige Erfahrung.“„Typische Fehler, die wir bei Altbauten sehen: feuchte Kellerwände, zu knappe Elektrik.“Erfahrung durch Wissen gezeigt

Die Beispiele sind erfunden. Beachten Sie, dass jede Zeile in der rechten Spalte nur dann stimmt, wenn sie im echten Betrieb zutrifft. Texte dürfen nichts versprechen, was Sie nicht halten, und nichts behaupten, was Sie nicht belegen können.

Überschriften schreiben: Regeln und Entscheidungshilfe

Überschriften werden am häufigsten gelesen. Besucher entscheiden anhand der Überschriften, ob sie einen Abschnitt lesen, und Suchmaschinen verwenden sie, um Seiten zu verstehen. Eine gute Überschrift verspricht etwas und hält es.

  • Sie sagen, worum es geht. „Wie läuft ein Relaunch ab?“ ist besser als „Ablauf“.
  • Sie enthalten die Wörter, mit denen Besucher suchen. Nicht gequält, sondern natürlich: „Website-Relaunch ohne Verlust bei Google“ klingt wie eine Frage, die jemand stellt.
  • Es gibt nur eine Hauptüberschrift je Seite (H1). Zwischenüberschriften (H2, H3) gliedern darunter, ohne Ebenen zu überspringen.
  • Kurz genug für das Handy. Zwei Zeilen sind eine gute Obergrenze.
  • Keine Fragen, die nur der Betrieb stellt. „Warum Fachbetrieb X?“ hilft niemandem. „Warum ein Heizungsausfall im Januar teuer werden kann“ tut es.

Entscheidungsbaum für die Überschrift

  1. Würde jemand diesen Satz in eine Suchmaschine tippen? Dann ist er als H1 oder H2 geeignet.
  2. Beantwortet der folgende Absatz die Überschrift in den ersten zwei Sätzen? Wenn nicht, ändern Sie die Überschrift oder den Absatz.
  3. Kommt dasselbe Versprechen auf einer anderen Seite vor? Dann entscheiden Sie, wo es hingehört, und schärfen die andere Überschrift.

Floskel-Lexikon: Wörter, die nichts sagen, und was stattdessen hilft

FloskelProblemBesser
ganzheitlichJeder behauptet es, niemand erklärt esAufzählen, was alles dazugehört
individuellSelbstverständlich, sonst wäre es keine BeratungBeschreiben, worauf Sie individuell eingehen
innovativNicht prüfbarZeigen, was neu ist und welchen Nutzen es bringt
kompetentSelbstlob ohne BelegQualifikation, Ausbildung, Projekte nennen
kundenorientiertBehauptung ohne InhaltKonkrete Erreichbarkeit, Termine, Verfahren
höchste QualitätNicht messbarPrüfverfahren, Garantien, Materialien, Normen nennen
Rundum-sorglos-PaketVerschleiert Umfang und GrenzenAufführen, was enthalten ist und was nicht
führendOhne Beleg abmahnfähigNur nutzen, wenn eine überprüfbare Quelle existiert
einzigartigSelten wahr, nie belegtDen echten Unterschied beschreiben
wir freuen uns auf Ihre AnfrageLeerformel am SchlussSagen, was nach der Anfrage passiert

Eine Floskel ist nicht verboten, aber verdächtig. Fragen Sie jedes Mal: Was ist die Information dahinter? Wenn es keine gibt, streichen Sie den Satz.

Schreiben für Suche und KI: ohne Keyword-Zählen

Suchmaschinen und KI-Assistenten lesen Texte nicht wie Menschen, aber sie suchen nach denselben Dingen: eindeutigen Antworten, klaren Bezügen und Belegen. Der Weg dorthin ist für Menschen und Maschinen derselbe.

Antwort zuerst. Jede Seite und jeder größere Abschnitt beginnt mit einem Satz oder zwei, die die zentrale Frage beantworten. Details folgen. So kann eine Suchmaschine die Antwort als Auszug anzeigen und eine KI sie zitieren.

Fragen als Zwischenüberschriften. Wo Besucher fragen, formulieren Sie die Überschrift als Frage und beantworten sie direkt. Das trifft die Suchabsicht genau.

Zusammenhänge benennen. Wer „Webdesign“ schreibt, soll auch erklären, wie es mit Texten, Technik und Auffindbarkeit zusammenhängt, und verlinken. So entsteht ein Netz verwandter Seiten, wie Sie es auch bei Inhalte und Keywords beschrieben finden.

Fakten, Orte und Namen eindeutig angeben. Wer sind Sie, wo sitzen Sie, welche Leistungen bieten Sie an, in welchen Regionen? Diese Angaben sollten als Text vorliegen, nicht nur in Bildern.

Nicht mehrfach dasselbe sagen. Wenn zehn Seiten fast gleich klingen, erkennen Suchmaschinen nicht, welche die richtige ist. Jede Seite braucht ihr eigenes Thema und ihre eigene Perspektive.

Aktualität kennzeichnen. Datum der letzten Prüfung, wo es für den Inhalt relevant ist. Das hilft Lesern und manchmal auch den Systemen, die nach frischen Quellen suchen.

Mikrotexte: kleine Texte, große Wirkung

Mikrotexte sind die kleinen Texte an Schaltflächen, Formularen, Hinweisen und Bestätigungen. Sie fallen kaum auf, entscheiden aber an der empfindlichsten Stelle, nämlich dort, wo jemand etwas tun soll.

StelleSchwachStark
Schaltfläche am FormularAbsendenRückruf anfordern
Hinweis neben dem Telefon-FeldPflichtfeldDamit wir Sie zurückrufen können. Wir geben die Nummer nicht weiter.
FehlermeldungEingabe ungültigDie E-Mail-Adresse scheint zu fehlen. Bitte mit @ eintragen, zum Beispiel name@firma.de
Bestätigung nach VersandDanke.Ihre Anfrage ist angekommen. Wir melden uns bis Ende des nächsten Werktags.
Leere SuchergebnisseKeine ErgebnisseDazu haben wir nichts gefunden. Versuchen Sie einen anderen Begriff oder rufen Sie uns an.
Cookie- oder Hinweis-TextWir verwenden Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern.Nur eine Zahl: Wir zählen Besuche, ohne Sie zu erkennen.

Prüfen Sie jeden Mikrotext mit der Frage: Weiß der Besucher danach, was passiert und was er tun soll? Versprechen Sie nur Zeiten, die Sie halten. Eine Antwort bis Ende des nächsten Werktags zu versprechen und drei Tage zu brauchen, schadet mehr, als gar nichts zu sagen.

Mythos gegen Fakt: Irrtümer über Webtexte

MythosFakt
Lange Texte lesen Besucher nichtSie lesen lange Texte, wenn sie ihre Frage beantworten. Sie lesen keine langen Texte, die um den Kern herumreden
Je mehr Schlüsselwörter, desto besserWiederholungen schaden der Lesbarkeit. Suchmaschinen erkennen Zusammenhänge auch ohne mechanische Wiederholung
Ein guter Text lässt sich einmal schreiben und bleibt ewig aktuellPreise, Abläufe, Angebote und rechtliche Hinweise ändern sich. Texte sind Pflegeobjekte
Mit Fachbegriffen wirkt man kompetenterKompetenz zeigt sich darin, Schwieriges einfach zu erklären. Fachbegriffe gehören dazu, aber mit Erklärung
Eine Übersetzung durch Software genügt für fremdsprachige SeitenMaschinelle Übersetzung ist ein Entwurf. Fachbegriffe, Tonfall und rechtliche Angaben prüft ein Muttersprachler
Jeder Text braucht ein BildEin Bild, das nichts erklärt, kostet Ladezeit. Ein Diagramm oder ein echtes Foto kann den Text stützen, Dekoration nicht

Text-Check in 20 Minuten: So prüfen Sie Ihre Seiten

  1. Vorlese-Test: Lesen Sie die Seite laut. Stolpern Sie über Sätze, ist der Satz zu lang oder zu verschachtelt.
  2. Streich-Test: Streichen Sie jeden Satz, ohne den nichts fehlt. Was übrig bleibt, ist der Text.
  3. Wer-bin-ich-Test: Nehmen Sie die Perspektive eines Fremden ein. Steht die Information, die er braucht, in den ersten zwei Absätzen?
  4. Beleg-Test: Markieren Sie jede Behauptung. Neben jede schreiben Sie, wie Sie sie belegen könnten. Wo das nicht geht, ändern oder streichen Sie.
  5. Dopplungs-Test: Suchen Sie nach ganzen Sätzen, die auf mehreren Seiten stehen. Entscheiden Sie, wo sie bleiben.
  6. Handlungs-Test: Steht am Ende der Seite, was als Nächstes zu tun ist, und wie es danach weitergeht?
  7. Frische-Test: Stimmen Preise, Öffnungszeiten, Ansprechpartner, rechtliche Angaben?

Wenn Sie über Texte hinaus die Gesamtwirkung Ihrer Marke im Blick haben möchten, lohnt der Blick auf die Markenstrategie: Dort wird festgelegt, wie Sie sprechen. Ergänzende Praxis finden Sie im Beitrag Website-Texte aus Kundensicht schreiben.

Drei Textentwürfe mit Kommentar (erfundene Betriebe)

Beispiele machen Regeln greifbar. Die folgenden Entwürfe gehören zu frei erfundenen Betrieben; sie zeigen Aufbau und Tonfall, nicht Ihre Formulierung. Übernehmen Sie nie Sätze, die nicht zu Ihrem Geschäft passen.

Entwurf 1: Einstieg der Startseite einer Physiotherapie-Praxis

„Rückenschmerzen, die nach der Arbeit bleiben? Wir behandeln in Lindenau Menschen mit Beschwerden an Rücken, Nacken und Schultern, ohne lange Wartezeiten auf den ersten Termin. Rufen Sie an oder fragen Sie online einen Termin an.“

Kommentar: Der erste Satz greift die Lage des Besuchers auf. Der zweite sagt, wer behandelt, wo und was. Der dritte nennt den nächsten Schritt. „Ohne lange Wartezeiten“ darf nur stehen, wenn es stimmt.

Entwurf 2: Über-uns-Absatz eines Steuerbüros

„Sie führen einen Betrieb mit zehn Mitarbeitern und möchten Ihre Buchhaltung nicht mehr nach Feierabend erledigen. Genau dafür haben wir 2014 unser Büro eröffnet: Wir übernehmen die laufende Buchführung, den Jahresabschluss und die Lohnabrechnung und sagen Ihnen vorher, was es kostet.“

Kommentar: Der Text beginnt beim Kunden, nicht bei der Firmengeschichte. Die Gründung kommt als Begründung vor, nicht als Selbstzweck. Der letzte Halbsatz spricht eine typische Sorge an.

Entwurf 3: Einleitung einer Leistungsseite „Wärmepumpe nachrüsten“

„Eine Wärmepumpe lohnt sich nicht in jedem Haus. Ob Ihres dazugehört, klären wir bei einem Termin vor Ort: Wir prüfen Dämmung, Heizkörper und Vorlauftemperatur und sagen Ihnen, was angepasst werden müsste. Danach erhalten Sie ein Angebot mit allen Positionen. Wenn eine Wärmepumpe nicht passt, sagen wir das auch.“

Kommentar: Der Text beginnt mit einer ehrlichen Einschränkung und gewinnt dadurch Vertrauen. Er beschreibt den Ablauf in einem Absatz und schließt mit einer Zusage, die nur ein gutes Unternehmen machen kann.

Achten Sie bei eigenen Entwürfen auf drei Dinge: Beginnt der Text beim Leser? Enthält er mindestens eine prüfbare Aussage? Endet er mit einem klaren nächsten Schritt?

Tonalität festlegen: eine Regelsammlung für Ihr Haus

Wenn mehrere Personen Texte schreiben oder wenn Texte von verschiedenen Dienstleistern kommen, klingt die Seite schnell uneinheitlich. Eine kurze Regelsammlung schafft Abhilfe. Sie muss nicht lang sein; eine Seite genügt.

RegelBeispielWozu
Ansprache festlegenImmer „Sie“, kein „man“ und kein „der Kunde“Direkte, respektvolle Haltung
SatzlängeIm Schnitt höchstens zwei Nebensätze, Hauptaussagen in kurzen SätzenLesbarkeit am Handy
FachbegriffeBeim ersten Vorkommen erklären, danach einheitlich verwendenVerständlichkeit und Suchbegriffe
ZahlenZahlen ab zehn als Ziffer, Preise mit Euro-Zeichen, Daten im Format 15.10.2026Einheitlichkeit
Verbotene WörterListe von Floskeln (siehe Lexikon) und SuperlativenGlaubwürdigkeit
Umgang mit FehlernSagen, was passiert ist, was wir tun, was Sie tun könnenOffenheit in Problemfällen
Schreibweise Firmen- und ProduktnamenGenau wie im Impressum und auf dem BriefpapierWiedererkennung
Gendern und AnredeEine Entscheidung treffen und durchhalten, in Abstimmung mit der ZielgruppeEinheitlicher Auftritt

Hängen Sie die Regeln an die Wand oder legen Sie sie dort ab, wo geschrieben wird. Einmal im Jahr lohnt eine Überprüfung: Haben sich Sprache, Zielgruppe oder Angebot verändert?

Verständlich schreiben: konkrete Stolpersteine

StolpersteinBeispielBesser
NominalstilDie Durchführung der Beratung erfolgt durch unsere Mitarbeiter.Unsere Mitarbeiter beraten Sie.
Passiv ohne HandelndenEs wird eine Anfrage empfohlen.Wir empfehlen, eine Anfrage zu stellen.
Lange SchachtelsätzeSobald der Antrag, der zuvor, wie in den Unterlagen beschrieben, geprüft wurde, vorliegt, erfolgt …Wir prüfen den Antrag. Danach melden wir uns.
Abkürzungen ohne ErklärungAb Q3 gilt die neue AGB.Ab dem dritten Quartal gelten unsere neuen Geschäftsbedingungen.
Verneinungen stapelnEs ist nicht ausgeschlossen, dass dies nicht funktioniert.Das kann scheitern.
Leere VerbenWir führen eine Optimierung durch.Wir optimieren.

Ein einfacher Test: Würden Sie den Satz so einem Kunden gegenübersitzend sagen? Wenn nicht, schreiben Sie ihn um.

Freigabe und Pflege: wer prüft, wer aktualisiert

Texte brauchen einen Besitzer. Ohne Verantwortlichen veralten sie unbemerkt: Ansprechpartner, Preise, Öffnungszeiten, Rechtliches. Legen Sie fest, wer für welche Seite zuständig ist und wie Änderungen freigegeben werden.

Vier-Augen-Prinzip. Jeder Text wird vor dem Veröffentlichen von einer zweiten Person gelesen. Das fängt Fehler und unklare Stellen auf.

Änderungsliste. Notieren Sie, was wann geändert wurde. Bei rechtlich relevanten Texten hilft das später als Nachweis.

Prüfrhythmus. Leistungsseiten und Preisangaben vierteljährlich, Rechtliches nach jeder relevanten Änderung, Ratgebertexte einmal im Jahr.

Rückmeldungen auswerten. Fragen, die Kunden trotz Text stellen, zeigen Lücken. Sammeln Sie sie und ergänzen Sie die Seite entsprechend.

Ratgebertexte: ein Artikel in acht Schritten

Ratgeber bringen Besucher aus der Suche und zeigen Fachkenntnis. Damit sie wirken, brauchen sie einen klaren Aufbau. Die folgende Abfolge hat sich bewährt.

  1. Frage festlegen. Eine konkrete Frage, die Kunden stellen, formuliert in ihrer Sprache: „Wie lange hält eine Wärmepumpe?“
  2. Antwort in zwei Sätzen. Zu Beginn die Kurzantwort, damit Suchmaschinen und Leser sie sofort haben.
  3. Gliederung entwerfen. Drei bis sieben Abschnitte mit Zwischenüberschriften, die selbst Fragen oder Aussagen sind.
  4. Belegen und konkretisieren. Beispiele, Rechenwege, Normen, Quellen. Keine erfundenen Zahlen, keine Behauptungen ohne Beleg.
  5. Mythos und Fakt. Häufige Irrtümer zum Thema aufgreifen und richtigstellen. Das erhöht den Nutzen und die Merkbarkeit.
  6. Checkliste oder Tabelle. Wo es passt, ein Element zum Mitnehmen: Prüfschritte, Vergleich, Entscheidungshilfe.
  7. Verweise setzen. Zu verwandten Artikeln und zur passenden Leistungsseite, mit aussagekräftigen Linktexten.
  8. Prüfen und datieren. Fakten gegenlesen, Datum der Veröffentlichung und Aktualisierung angeben, Verantwortlichen nennen.

Die Länge ergibt sich aus der Frage. Ein Artikel darf kurz sein, wenn die Antwort einfach ist, und lang, wenn die Frage Tiefe braucht. Bei der Auswahl der Themen hilft die Seite Inhalte und Keywords.

Unsere Arbeit

Website-Texte: Was wir für Sie tun.

Texte aus Kundensicht

Wir schreiben über das, was der Kunde bekommt und lösen will, nicht über die Firmengeschichte.

Überschriften mit Aussage

Jede Überschrift sagt, worum es geht. Wer nur die Überschriften liest, versteht den Kern der Seite.

Konkretes statt Floskeln

Beispiele, Abläufe und prüfbare Angaben statt „höchste Qualität“ und „individuelle Lösungen“.

Auffindbarkeit einbauen

Suchbegriffe, Fragen und Zusammenhänge so verarbeiten, dass der Text natürlich bleibt. Mehr dazu unter Inhalte und Keywords.

Handlungsaufforderungen formulieren

Ein klarer, ehrlicher Satz, was als Nächstes passiert, wenn jemand anfragt.

Qualität

Website-Texte: Woran Sie gute Arbeit erkennen.

  • Die erste Überschrift sagt, was Sie tun und für wen
  • Jede Seite beantwortet eine klar erkennbare Frage
  • Aussagen sind konkret und nachprüfbar, ohne Superlative ohne Beleg
  • Es gibt Zwischenüberschriften und kurze Absätze
  • Fachwörter werden erklärt oder vermieden
  • Jede Seite hat einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung
  • Der nächste Schritt ist am Ende jeder Seite benannt
  • Kein Text taucht in gleicher Form auf mehreren Seiten auf
Kosten

Website-Texte: Was es kostet.

Der Aufwand richtet sich nach Zahl und Tiefe der Seiten sowie danach, wie viel Fachwissen aus Ihrem Haus einfließen muss. Texte, die Interviews, Recherche und Abstimmung brauchen, sind aufwendiger als Überarbeitungen vorhandener Entwürfe.

Die Rechnung dazu: So kalkulieren wir.

Das bestimmt den Preis

  • Zahl der Seiten und Textarten
  • Recherche- und Interviewaufwand
  • Abstimmungsrunden mit Ihrem Fachpersonal
  • Eigene Entwürfe zum Überarbeiten oder Texte von Grund auf
  • Suchmaschinen-Anteil (Titel, Beschreibungen, Fragen)

Das können Sie vorbereiten

  • Die zehn Fragen, die Kunden Ihnen am häufigsten stellen
  • Prospekte, Angebote und Mails, in denen Sie Ihre Leistung gut erklärt haben
  • Ihre besten Kundenbeispiele, soweit Sie diese nennen dürfen
  • Begriffe, die Ihre Kunden verwenden, und Begriffe, die nur intern üblich sind
  • Wer Fachliches prüft und freigibt
Stolpersteine

Website-Texte: Häufige Fehler.

  • Startseite, die mit der Firmengeschichte beginnt
  • Leistungslisten ohne Nutzen für den Kunden
  • Selbstlob statt belegbarer Aussagen (Beste, führend, einzigartig)
  • gleiche Textbausteine auf mehreren Seiten
  • lange Absätze ohne Zwischenüberschriften
Häufige Fragen

Fragen zu Website-Texte.

Kann ich meine Texte selbst schreiben?

Ja, und das ist oft sogar gut, weil Sie Ihr Fach kennen. Wir geben Ihnen eine Gliederung und Fragen vor und überarbeiten Ihre Entwürfe auf Wunsch.

Wie lang sollte ein Text sein?

So lang, wie nötig, um die Frage vollständig zu beantworten. Eine Kontaktseite braucht wenige Zeilen, eine Leistungsseite mehrere Absätze mit Beispielen.

Dürfen Texte mit KI erstellt werden?

Als Entwurfshilfe ja. Veröffentlichen sollten Sie nur, was ein Mensch geprüft und mit eigenem Wissen angereichert hat. Mehr dazu in unserem Beitrag zu KI-Texten und SEO.

Wie finde ich den richtigen Ton?

Schreiben Sie so, wie Sie einem neuen Kunden im Erstgespräch Ihre Arbeit erklären würden: höflich, klar, ohne Floskeln. Wir halten den Ton in einer kurzen Regelsammlung fest, damit alle Seiten gleich klingen. Grundlagen dazu finden Sie unter Markenstrategie.

Müssen Texte regelmäßig aktualisiert werden?

Preise, Öffnungszeiten, Ansprechpartner und rechtliche Angaben sollten immer stimmen. Fachtexte prüfen wir einmal im Jahr auf Aktualität.

Wie klinge ich persönlich, ohne unprofessionell zu wirken?

Schreiben Sie in der Ansprache, die Ihre Kunden gewohnt sind, und in klaren Sätzen. Persönlich wird ein Text durch konkrete Angaben und Beispiele, nicht durch Ausrufezeichen oder Scherze.

Sollte ich Kundenstimmen verwenden?

Nur echte, mit Zustimmung und möglichst mit Bezug zu einem konkreten Ergebnis. Erfundene oder gekaufte Bewertungen sind unzulässig und zerstören Vertrauen, sobald sie auffallen.

Wie viele Wörter braucht eine Leistungsseite?

So viele, wie nötig sind, um die Fragen eines Interessenten zu beantworten. Als Orientierung genügen bei einfachen Leistungen wenige hundert Wörter, bei erklärungsbedürftigen Angeboten deutlich mehr. Die Länge ist kein Ziel, sondern Folge der Fragen.

Wie setze ich Texte um, wenn mehrere Personen mitschreiben?

Legen Sie eine kurze Sammlung von Regeln fest: Ansprache, Schreibweise von Fachbegriffen, Umgang mit Zahlen, Verbote (etwa Floskeln). Eine Person liest am Ende alle Seiten gegen und gleicht den Ton an.

Wie viele Texte kann ich auf mehreren Seiten wiederverwenden?

Möglichst keine. Gleiche Absätze auf mehreren Seiten verwässern die Wirkung und erschweren es Suchmaschinen, die passende Seite zu wählen. Verweisen Sie lieber auf eine Seite, die das Thema ausführlich behandelt.

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